Baubericht des Twister von Multiplex - MPX

Twister von Multiplex

Ein Baubericht. Hoeni zeigt uns, wie es geht...

Dieser Baubericht wurde erstellt von Hoeni. Allerbesten Dank hierfür Lächeln

Los geht es mit dem Aufbau. Die Teile also aus der Packung genommen, grob aneinander gehalten – scheint zu passen.

Im Vergleich zum originalen Twister wird bei mir ein Seitenleitwerk mitverbaut, das dient dann dazu, Kurven sauberer fliegen zu können – und ich stehe einfach auf ein funktionierendes Leitwerk. Ausserdem soll man eigentlich zwei Stahlkugeln im Heck als Ballast verbauen, aber statt totem Gewicht nehme ich lieber ein funktionierendes Leitwerk und schwerere Servokabel mit.

Zum Bau des Ruders trenne ich mit einem Cutter das angedeutete Ruder aus dem Leitwerk heraus und montiere es später mit zwei Scharnieren. An dieser Stelle wird dann auch schon das restliche Leitwerk lackiert, ich nutze dazu schlichten Autolack aus der Sprühdose, zum „Abkleben“ dient Alufolie, die mit einem Gummiband gehalten wird. Nicht optimal, geht aber.

Zurück zum Ruder. Zwei Schlitze werden in das Leitwerk gemacht, am Ruder an gleicher Stelle ebenfalls. Je ein Tropfen Sekundenkleber rein, das Scharnier dazu und aufpassen, das kein Kleber in das Scharnier an sich läuft. Anpassen – fertig. Die Scharniere sind damit im Leitwerk drin, ins Ruder kommen sie bei mir erst nach der Lackierung.

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Im nächsten Schritt klebe ich bereits die Servohörner der Querruder ein, das stört nicht und man spart Zeit. Direkt danach geht es an die Rumpfteile, hier muss ein bisschen geschnippelt werden. Am vorderen Rumpfende muss man einen Querträger wegschneiden, hier lohnt sauberes Arbeiten. Legt man danach die Rumpfteile aneinander, erkennt man schon gut, wie der Rumpf in etwa ausschaut. Es lohnt sich, jetzt schon die Passgenauigkeit zu kontrollieren. Anschließend verklebt man die beiden Rumpfteile miteinander. Hier sollte man nicht an Kleber sparen, der Teil muss was aushalten. In der Anleitung ist gut zu sehen, wo hier Kleber hinmuss. Hat man dann jeweils Vorder- und Rückteil miteinander verklebt, sollte man nach Trocknung die beiden Teile aneinander halten. Auch das passt klasse.

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Noch sollte man die fertigen linken und rechten Teile nicht aneinander verkleben, ich habe nun erstmal die Halter für die Haube verbaut. Dazu einfach die beiden Teile in die Seitentaschen im Cockpitbereich einkleben. Die Gegenstücke kommen dann später in die Haube. Ich habe hier meine alte Haube verwandt, die sah noch gut aus. Ansonsten halt den Edding zücken und hier noch die Haube passend schwärzen.

Nächster Schritt war dann der Einbau des Ruders in das Leitwerk. Die Lackierung war flott erledigt, Latexhandschuh an, Ruder festhalten und dann mit der Dose drauflos. Ging gut. Trocknen lassen und das Scharnier dann mit einem Tropfen Sekundenkleber einkleben.

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Der nächste Schritt war mal wieder so richtig dämlich, wenn man ihn nicht konsequent macht: Gewindeschraube in die Servostangenhalter rein und dann die Mutter mit Sekupapp sichern. Wenn man das nur bei drei von vier Muttern macht, fällt der Erstflug aus wie meiner: Nach 200m in den Boden, weil das Höhenruder nichts mehr macht. :/

Testweise das Leitwerk zusammengesteckt: Sah schon gut aus. Aber noch fehlt der Servo, der es antreiben soll…

Aber zuerst ein bisschen was fürs Auge – mit einem Edding wird die Düse innen und außen geschwärzt, soll ja nicht ganz so nach Styro aussehen das Dingen…

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Um den Servo am Ruder anzusteuern, kommt auch hier ein Hebel rein, dazu sollte man den passend lackieren und ein Nest bauen. Um das Nest anzuzeichnen habe ich einfach den Halter mal ins Elapor gedrückt, der Abdruck zeigt schön, was tiefer und was weniger tief ausgeschnitten werden muss. Ich habe natürlich prompt den Hebel falsch herum eingeklebt. Mist. Geht aber auch so….

Nun ging es an die Querruderservos, hier wanderten die beiden aus meinem alten Twister rein. Die HXT900 passen genau in die Öffnungen rein, ein bisschen Tesafilm drum und mit Sekundenkleber eingeklebt. Leider sind die Servokabel etwas kurz, daher nutze ich je ein Servoverlängerungskabel. Die Kabelschächte werden hier mit einem Cutter entsprechend erweitert.

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Ich hab dann mal zur Längenbestimmung den Twister grob zusammengesteckt – sah schon richtig nach Jet aus. Das wurde dann auch direkt zur Bestimmung des Schwerpunkts und der Funktionsprüfung aller Servos und ihrer Laufrichtung genutzt: Lief tadellos.

Nächster Schritt ist aber viel wichtiger - das Verlegen der Servokabel. Das Seitenruderservo ist eine ziemliche Fummelei, denn es ist ja nicht vorgesehen. Man macht ein passendes Loch in das Seitenruder und klebt dort das Servo ein, für die Kabel wird ein dünner Schlitz gemacht und ein Stück der Leitwerkshalterung entfernt. Das Bild erklärt das hoffentlich ganz gut…

Auch im Rumpf muss hier etwas Material entfernt werden, so passen Kabel und Stecker gut rein.

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Da ich ja hinten nicht nur Höhe, sondern auch Seite per Servo steuere, muss ich den Schacht nach hinten für das Kabel erweitern. Dazu kommt noch, dass ich verdrilltes, dickeres Kabel verwende um Störungen zu minimieren. Das wird noch zusätzlich mit Alufolie abgeschirmt – der erste Twisterverlust saß mir noch in den Knochen… Das Höhenruderservo habe ich aus Platzmangel nicht per Stecker verlängert, sondern direkt verlötet. Hoffen wir, das es nie getauscht werden muss…

Nach der Bearbeitung der Kabel mit Alufolie geht es ganz schön eng hier zu, es passt aber noch so eben. Schon mal ein Testsitzen der Komponenten und Funktionsprüfung der Kabel: Alles sauber. Dazu einfach den Rumpf mit Gummibändern zusammenpacken, so sieht man, wo noch angepasst werden muss, wenn die Kabel vorstehen. Noch ein Tipp für die 35Mhz Fraktion: Klebt einen Strohhalm in die Antennenhalterung rein, das erleichtert den Umbau der Antenne ungemein. Bei 2,4Ghz ist das allerdings wurscht.

Die Querruder wurden von mir mit einem Y-Kabel angebunden, da meine damalige Funke keine Querruder einzeln ansteuern kann. Ist beim Twister aber gut möglich, ihn ohne Differenzierung zu fliegen, er ist gerade noch gutmütig genug dafür.

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Nachdem nun die Elektrik so gesehen verstaut ist, kann der Rumpf zusammengeklebt werden. Ich schwöre hier auf eine Kombination von Sekundenkleber und doppelseitigem Teppichklebeband. So ist der Rumpf beim Verkleben noch etwas manövrierbar um ihn genau auszurichten. Dennoch ist hinterher die Verklebung sehr stabil und vor allem auch im Crashfall halten die Teile aneinander, wenn die spröde CA-Verklebung bricht. Das Teppichband ist da ja flexibler. Den Rumpf kann man nun verkleben, man sollte da ruhig von der Spitze her anfangen, das geht am besten.

Sobald der Rumpf fest verklebt ist, kann man nun das Höhenleitwerk verkleben. Mit einem Geodreieck kurz die Rechtwinkligkeit geprüft, aber MPX arbeitet hier sehr präzise. Immer wieder super, wie genau die Teile zueinander passen.

Wenn das Höhenleitwerk sitzt, kommt der Seitenruderteil dazu, auch hier hilft das Geodreieck zur geraden Verklebung. Wichtig war hier der Sitz des Servokabels im selbstgeschnitzten Schacht, wenn das nicht gut ist, ist das Leitwerk insgesamt schief!

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Sobald das Leitwerk nun komplett ist, können wir die Flächen einkleben. Diese sind gut vorgeformt und können mit reichlich CA verklebt werden. Auch hier ist auf exakten Sitz zu achten, die Form gibt das aber schon gut vor.

Als nächstes kommt der Verstärkungs-Stab in die Flächen, er wird durch ein Loch im Rumpf gefädelt und mit einer guten Menge CA-Kleber an den Flächen verklebt.

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So sieht der Flieger schon recht komplett aus, es fehlt aber noch das Herz: Regler, Motor und Impeller. Der Motor ist schon von MPX vorverbaut in der Impellereinheit, Goldkontaktstecker sind auch schon dran. Also flugs an den Regler passende Buchsen gelötet und den ganzen Salat am Empfänger angeschlossen. Den Regler montiert man später mit etwas Teppichklebeband in einen Schacht unter den Impeller, die Kabel zum Motor werden drunter durch geführt und gehen hinten in den Motor rein. Der Impeller wird mit zwei Streifen Klebeband an der Wartungseinheit fixiert. Reicht völlig aus.

Die Laufrichtung zu testen ist wichtig bevor man ihn einbaut, nachher kommt man zu einer Korrektur der Verkabelung nur noch schlecht dran

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Aber in meinem Fall klappte alles, der Impeller gab mächtig Schub – also konnte ich Regler und Impellereinheit im Rumpf verbauen. MPX sieht hier vor, den Impeller in eine Wartungseinheit einzukleben und diese dann mit dem Regler in den Rumpf mit Tape zu verkleben. So kann man später noch an den Impeller gelangen. In meinem Fall gibt es aber hier zwei Passprobleme: Zum einen ist der Regler größer als der Schacht, zum anderen blockieren die Servokabel den oberen Ausschnitt für den Impeller. Für den Regler lässt sich mit dem Cutter Platz schaffen. Für die Servokabel habe ich ein bisschen Material an der Impellerhalterung weggeschmirgelt, aber optimal war der Sitz trotzdem nicht. Besser ging es aber nicht, der Bauteil wurde dann so mit Tape verklebt. Hier wäre ein bisschen Nacharbeit noch irgendwann zu machen und dann die Wartungseinheit mit einigen Klebepunkten zu sichern. Wäre besser.

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Als einer der letzten Schritte wird dann das Reglerkabel zum Akku nach vorne verlängert. Ich habe das mit einem Deansstecker und Buchse abnehmbar gemacht um die Impellereinheit im Zweifelsfalle komplett demontieren zu können. Damit genug Platz war, wurde auch hier der Schacht verbreitert, erneut durfte ich dafür das Cuttermesser zücken... Anschließend wurden dann mit Panzertape die Kabel befestigt, auf ein Einkleben mit Sekundenkleber wurde bewusst verzichtet.

Ein Einstellen der Ausschläge war bei meiner Funke nicht nötig, diese passten auch so schon. Einzige Einschränkung war der Mangel an Differenzierung beim Querruder, aber es ging auch so.

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Schwerpunkt war soweit auch einfach einzustellen, unterm Twister gibt es zwei kleine Knubbel, die den Schwerpunkt markieren. Mit einem 3300er Akku muss dieser fast bis ans hintere Ende des Twisters, ein 3000er kommt ziemlich in die Mitte. Ein leichter 2800er Billiglipo muss nach ganz vorne, hat sich aber als zu schwach im Betreib erwiesen. Mit meinem Twister scheint das Maximum an mitnehmbaren Akkus so bei ca. 3600mAh zu bewegen, größere Akkus passen vom Platz, aber kaum noch vom Gewicht her. Da hätte ich dann im Heck die beiden Ballastkugeln einbauen müssen, auf die ich wegen der schwereren Servokabel und dem Seitenruderservo verzichtet habe.

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Soweit zum Bau - mittlerweile fliege ich meinen Twister zwar nicht zu oft, aber immer wieder mal wenn mir der Sinn nach Nervenkitzel steht und das Wetter mitspielt.

Start ist (wenn der Schwerpunkt stimmt!) nicht zu schwierig, ein paar Schritte Anlauf und den mit Vollgas röhrenden Twister in einem leichten (!) Winkel nach schräg vorne gerade werfen. Dann Durchsacken lassen, er nimmt nun Fahrt auf und nach ca. 50m Flug sanft Höhenruder ziehen. Mit einem guten Akku gehen dann 30 Grad Steigflüge mit sanften, schönen Kurven.

Was er toll kann:
- weiträumiges Fliegen wie ein Jet
- schnelle Rollen
- tiefe Überflüge mit passendem Sound

Was geht und mir immer noch Nervenkitzel verursacht:
- Loopings (da neigt er zum Strömungsabriss, also nicht zu eng!)
- Rückenflüge (geht gut, aber man ist halt nervös...)
- senkrechte Sturzflüge und dann mit gutem Speed tief vorbeizimmern

Was nicht gut geht:
- enge Kurven
- plötzliche Geschwindigkeitswechsel, besonders: Gasgeben
- steiles Steigen

Er will vorausschauend geflogen werden, aufgrund der bescheidenen Motorleistung (Nur 650-680g Schub mit gutem Akku bei 1kg Gewicht!) fliegt er nicht soooo jetmässig, wie man das erwarten könnte, die Flugzeit ist nicht sehr lang (3000er Akku - max 6,5 Minuten, 3300er Akku um die 7.) und man muss wirklich gute Akkus nutzen. Mit einem billigen Mysteryakku fliegt er zwar, hat aber deutlich weniger Schub (600-570g) und fliegt noch mehr wie ein nasser Sack. Also mindestens gute Turnigys (30C) oder Zippys (20C) nutzen. Dadrunter geht nix. Auch mit 35Mhz ist er ein anfälliger Flieger, besser direkt mit 2,4Ghz einsteigen.

Aber er hat nicht nur negative Seiten, was toll an ihm versus viele andere Impellerjets aus Styro ist:

Material und Konstruktion. Das Elapor rettet viel, manch anderer Jet wäre nur noch Flocken, den Twister dagegen verbiegt es nur die Nase etwas, wenn er aus 20m Höhe runterknallt. Handstarts sind einfach und verlässlich alleine machbar. Und Landen ist easy, es braucht nur viel Platz: Mit minimalem Gas (sonst wackelt er!) im teifen Flug ankommen und dann ein bischen Höhe geben, so landet er fast von alleine. Kurz vorm Aufsetzen Höhe raus, damit er nicht nur auf der Düse landet, das schont das Material.

Fazit:

Toller Jet zum Einsteigen in die Impellerfliegerei mit ein oder zwei Macken. Mehr Leistung wäre sinnvoll, ein Verkauf "nackt", also ohne die Impellereinheit DRINGEND erforderlich.


Kauftipp:

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