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Die Fokker D.VII gilt als das beste Jagdflugzeug seiner Zeit bei der deutschen Fliegertruppe während des Ersten Weltkrieges. Dieses Prädikat erreichte das Flugzeug, weil es eine ausgezeichnete Steuerfähigkeit auch in großen Höhen und eine stabile Struktur aufwies. Beide Fähigkeiten waren 15 Jahre nach den Gebrüder Wright keine Selbstverständlichkeit. Offensichtlich war die Überlegenheit der Fokker-Konstruktion so groß, dass die Alliierten nach Kriegsende die Herausgabe bzw. Verschrottung aller Exemplare des Typs D.VII verlangten.
Einführung
Die technischen Konstruktionen der Kriegsparteien sorgten für einen Wechsel in der Luftüberlegenheit. Mit den neuen SPAD S.XIII- und der S.E.5 ging die Luftüberlegenheit an der Westfront an die Allierten. Der Einsatz der D.VII wurde durch einen Ausschreibungswettbewerb beschlossen, an dem 31 neue Flugzeuge teilnahmen. Der Fokker-Prototypen V.11, der später als Fokker D.VII bezeichnet wurde, war von Reinhold Platz, dem Chefkonstrukteur der Fokker-Werke, konstruiert worden.
Konstruktion/Bewaffnung
Dabei ist der Aufbau des Flugzeuges konventionell: ein verstrebter Doppeldecker mit starrem Fahrwerk, einem wassergekühlten Motor und zwei synchronisierten Maschinengewehren. Die Stoffverkleidung des Rumpfes, der Seiten- und des Höhenleitwerkes versteckte den stabilen geschweißten Stahlrohrrahmen, wie ihn die Piloten schon aus früheren Konstruktionen des Hauses Fokker kannten. Die ebenfalls mit Stoff bespannten Flügel waren aus Holz gefertigt. Dabei sollen die Verstrebungen für die Konstruktion gar nicht notwendig gewesen sein, sondern hätten nur eine psychologische Funktion gehabt. Als Antrieb gab es zwei Varianten:
Fokker D. VII:
- Mercedes D.III
Fokker D. VIIF:
- BMW IIIA (Höhenmotor)
Der Vorteil der Fokker D. VIIF lag darin, dass der Motor dem Flugzeug auch in sehr großen Flughöhen ausreichend Antriebskraft zur Verfügung stellte. Bis 3200 Meter stand jedoch nicht die volle Leistung zur Verfügung.
Zunächst wurden 400 Maschinen bestellt, die Fokker jedoch nicht alleine in der geforderten Zeit bewältigen konnte, so dass der große Konkurrent Albatros auf Anweisung der Inspektion der Fliegertruppen die Maschine in Lizenz baute. Dadurch entstand auch eine Version mit Holz- statt Stahlrohrrahmen.
Von den insgesamt gefertigten 3.200 D.VII wurden 1.000 bei Fokker in Schwerin und 2.200 bei Albatros und OAW gebaut.
Bewaffnung: 2 LMG 08/15
Einsatz
Aufgrund seiner guten Flugeigenschaften war die Fokker D.VII auch für weniger versierte Flugzeugführer gut zu beherrschen. Als im April 1918 die ersten Jagdflugzeuge vom Jagdgeschwader I eingesetzt wurden, genoss das Flugzeug noch keinen Respekt von den Gegnern, da das Erscheinungsbild der Fokker D.VII im Gegensatz zu den bis dahin bekannten Albatros-Flugzeugen wenig ausgefeilt aussah. Der Auftrieb des Fokker D.VII war derart hoch, dass die Strömung an den Flügelflächen auch bei großer Flughöhe und bei langsamen Steigflügen oder extremen Manövern erst relativ spät abriss. Die gute Motorleistung ermöglichte zudem auch einen Beschuss des Gegners von unten, so dass der Eindruck entstand, dass die Fokker D.VII am Propeller hinge.
Vorteile:
- leicht
- stabil
- sehr wendig
- gute Sichtverhältnisse
- gute Motorleistung
Diese Plustpunkte der D.VII wirkten sich schnell an der Front aus und erweckten den Eindruck, dass aus normalen Piloten Fliegerasse würden. Tatsächlich erzielten gerade zu jener Zeit des Krieges viele gute Piloten ihre Abschüsse mit der D.VII. Bekannt wurde in diesem letzten halben Jahr des Krieges das Fliegerass Ernst Udet.
Aber auch die Alliierten brachten mit Fortschreiten des Jahres neue Modelle an die Front. Diese verfügten gegenüber ihren Vorgängermodellen meist über stärkere Motoren, so dass der Vorteil der D.VII relativiert wurde. Die Piloten versuchten, nach Möglichkeit eine der D.VIIF mit 185-PS-BMW-Motor zu bekommen, die jedoch nur in geringen Stückzahlen gefertigt wurde.
Zum Kriegsende, im September 1918, waren etwa 800 Fokker D.VII und 200 D.VIIF im Fronteinsatz.
Datenblatt:
Baujahr: 1918
Einsatzzweck: Jagdflugzeug
Länge: 6,95 m
Spannweite: 8,90 m
Höhe: 2,75 m
Flügelfläche: 20,20 m²
Leergewicht: 684 kg
Startgewicht: 910 kg
Motor: flüssigkeitsgekühlter 6 Zyl.-Reihenmotor
Fokker D.VII: Mercedes D.IIIa, Startleistung (120 kW) 160 PS,
Fokker D.VIIF: BMW D.IIIa (Höhenmotor), Startleistung 185 PS
Höchstgeschwindigkeit:
Fokker D.VII: 189 km/h in 1.000 m Höhe
Fokker D.VIIF: 205 km/h in 2.000 m Höhe
Steigzeit auf 1.000 m:
Fokker D.VII: 5 Minuten 48 Sekunden
Fokker D.VIIF: 2 Minuten 24 Sekunden
Steigzeit auf 3.000 m:
Fokker D.VII: 8 Minuten 12 Sekunden
Steigzeit auf 5.000m:
Fokker D.VII: 31 Minuten 30 Sekunden
Fokker D.VIIF: 15 Minuten 18 Sekunden
Gipfelhöhe:
Fokker D.VII: 6.000 m
Fokker D.VIIF: 7.000 m
Reichweite: 350 km
Flugzeit: 1 Stunde 30 Minuten
Bewaffnung: 2 LMG 08/15
Besatzung: 1 Mann
Tipp: Wer die Fokker D VII einmal selbst steuern will, dem sei unser Baubericht zur Fokker D VII von FreeAir empfohlen...

