Ein weiterer Baubericht zur F4U Corsair von Hühnerpuster, allerbesten Dank
Achtung: Bei diesem Bericht wurde ein Prototyp der F4U Corsair gebaut. Es fehlten Anleitung, Ruderhörnchen, Sperrholzteile pp. Diese hat Hühnerpuster selbst geplant und angefertigt. Dadurch war der Bau komplizierter und dauerte länger, als es bei nun erhältlichen RC Modellen ist. Inzwischen wird die F4U Corsair in Serie hergestellt, der Bau geht also deutlich leichter von der Hand.
Noch eins. Darauf sieht man die Flächenaufnahme und die 5-teilige Fläche besser. Was da oben schwach zu erkennen ist, ist die berühmte Kochanski-Haube, welche André Kochanski mir gemacht hat. Eigentlich war die für die GWS F4U Corsair. Paßt aber auch hier. Und ist schöner als die Prototyp-EPP-Kanzel.

Noch ein paar technische Daten zur F4U Corsair von LM-Model:
Spannweite: 850mm
Gewicht: 213g
Material: EPP
Sonstige GEPLANTE Hardware wie Anlenkungen, Motorhalter aus Sperrholz, Servorbrettchen, kleiner Magnet für Akkuklappe, Kleber, geschätzte 50 Gramm
Sonstige geplante Technik meiner Prototyp F4U Corsair:
Motor Simprop Magic Torque 15-14 mit allen Anbauteilen
mit 90 Watt max., 1450KV: 60 Gramm
Regler: keine Ahnung, wird morgen erst gekauft, irgendwas mit 18 A
wird wohl ein Magic Speed mit 1,5 A BEC: 18 Gramm
Akku: 3s1p 1600 XCell um 130 Gramm
3 Servos (HR und 2 x QR) GWS IQ140 je 14 Gramm
3 Servokabelverlängerungen je 10 Gramm
Empfänger R600 light mit Quarz: 13 Gramm
Prop GWS 8*3,8 mit 570 Gramm Schub bei 13,5 A und 9430 U/Min bei 10 V.
Abfluggewicht also GEPLANT 458 Gramm.
Da bin ich ja gespannt. Morgen wird erstmal der örtliche MoBauLa "überfallen".
Die Flächen werden mit UHU-Por nach 10 Minuten ablüften zusammengefügt. Vorher batze ich die eingekleisterten Stellen ein paar mal aneinander, damit sich das Zeug gut verteilt vor dem Abbinden.
Das Bild zeigt das Flächenmittelstück der F4U Corsair halb in den Rumpfausschnitt eingeschoben.

Zuerst zeichne ich mir am Rumpfheck der F4U Corsair an, welchen Bewegungsbereich das Höhenruder belegt. Damit ich das HR nicht teilen muß und dann mit gebogenen Drähten rumkaspere, bleibt es einfach am Stück. Dafür wird das Heck ausgeklinkt.

Nachdem UhuPor abgelüftet ist, wird das HLW in den Rumpf der F4U Corsair eingeklebt. Kontrolle: Ja, beide Ruderseitenschlitze sind 27 cm vom Tisch entfernt: Gerade! Puh.
Zwischendurch habe ich das HR mit dem Cutter geschlitzt, 3mm-Kohle reingedrückt und dünnflüssigen Seku (normalen, nicht das Zeug für Styro!) draufgestrichen.

Für die Stabilität zwar nicht notwendig, aber ich verzapfe damit meine selbstgesägten Pertinax-Ruderhörnchen.



Die Cowling der F4U Corsair wird ausgeschnitten. Puh. Einige Male im Kreis mit dem Cutter. Das Motorschott, was ich mal für die GWS F4U Corsair gemacht hatte, paßt hier nicht. Also wird ein Neubau angefertigt. Die Querruderservos werden auf die Fläche gelegt und angezeichnet. Dann mache ich mit dem Edding einen Strich auf die Cutterklinge. So tief darf ich schneiden. Wenn der Rahmen eingeschnitten ist, wird der Inhalt einfach mit der Spitzzange rausgepopelt.

Die Servos werden um die Anschraub-Laschen erleichtert und in Kreppband gepackt, um nachher mit Heißkleber eingeklebt zu werden. Vorher aber auf jeden Fall die Servomittelstellung herausfinden! Denn wenn die Servos in die F4U Corsair eingeklebt sind, ist es Essig mit Ruderhornverstellung. Natürlich kann man die Servos auch besser bemalen, wenn sie eingepackt sind.

Nachdem die QRs mit eingelegten Kohleprofilen verstärkt wurden (wie schon geschrieben, es ist nicht nötig!), habe ich die Position der Verstärkungen für den Knick angezeichnet und die abgelängten Profile schon mal trocken eingepaßt.
Macht man das vorher, und man hat nicht genau genug gearbeitet, hat man nachher beim Zusammenfügen der Flächen mit dem Mittelteil ganz schön zu ackern.

Von vorne sieht das dann so aus. Die Kohleprofile kreuzen sich also, wenn sie eingeklebt sind. Auch hier ist normaler Seku das Mittel der Wahl, reichlich an meiner LM-Focke Wulf erprobt.


Beide Flächen stehen am Rand jetzt genau 5,5 cm über dem Boden. Ist schön symmetrisch geworden. Die Flächenteile der F4U Corsair waren aber auch schon ab Werk angeschrägt. Auf dem Bild sieht man jetzt die bis jetzt fertigen Baugruppen. Ruderhörner, Anlenkungen und Servos werden gleich eingesetzt.
Nachdem die Ruderhörnchen fertig geschlitzt sind, werden sie mit Sekundenkleber mit den schon eingeleimten Kohleprofilen verzapft. Die Ruderanlenkungen sind starr genug (0,75mm) und schon fast passend aus der Restekiste.



Dann wird das abgetrennte Teil mit dem Ausschnitt (B) direkt auf die Fläche geklebt. Der Ausschnitt deckt dann das Brettchen ab. Das kleine Brettchen wird von innen in den Rumpf geklebt. Dann bohre ich 6mm durch das EPP, das 1. Brettchen, duch das Rumpf-EPP und das 2. Brettchen. Wenn die Bohrung schön lotrecht ist, kann ich im Rumpf eine Mutter M5 über das Loch kleben (5-Min-Epoxy). M5-Kunststoffschrauben liegen schon bereit.

Um die montierte Fläche nachher vorne einzumitten, werde ich einfach ein passendes Balsabrettchen von oben auf den Flügel der F4U Corsair kleben. Das zentriert dann die Fläche innen zwischen den Rumpfwänden.
Wenn man schön gerade gebohrt hat, kann man schonmal die Schraube einsetzten und die Mutter. Schraube handwarm festziehen. (Ist wegen Kontrast mit Edding bemalt)
Hier kann man den hinteren Rumpfteil sehen, in den ein Loch gepopelt wurde. Schließlich soll der Dragstermotor auch adäquat ausatmen dürfen Das Rumpfteil darunter ist der Vorderrumpf von unten, wieder mit eingekleisterter Schraube.


Eine alte Metallscheibe dient als Rührplattform. Die mitgelieferten Plastikschälchen sind ja ratzfatz verkleistert oder verkratzt. Verrührt wird mit einem der besten Produkte aus der schottischen Fastfood-Kette. Unten mit dem Seitenschneider schräg abgeknippst, kann man das Harz gut rühren und auch an schlecht zugänglichen Stellen verteilen.

Und so sieht das dann aus. Die Schraube ist schön gerade eingesetzt, die Mutter verklebt. Spannungsfrei ist es auch, weil die Löcher etwas größer gebohrt wurden.
Hallo Entwickler: Es wäre total klasse, wenn ihr ein EPP erfindet, was sich nicht statisch auflädt. Beim Luftloch fräsen sah ich eben aus wie der Yeti. Mein bester Freund ist im Moment mein kleiner Akkusauger. Und dann kam meine Frau noch und wollte neue Battarien ins Aussenthermometer eingesetzt haben. Puh. Ich bin überarbeitet.
Kurz vor der Hochzeit zwischen Vorder- und Hinterrumpf der F4U Corsair noch etwas für Bastler:
Ein altes Antennenröhrchen mit dem Feuerzeug voooorsichtig erwärmt und gebogen, ohne das es einen Knick gibt. Dann mit einem ebenfalls erhitzten Stück Metallantenne von oben ein Loch in den Rumpf schmelzen, von der Stirnseite auch, so daß sich die Tunnel im flachen Winkel im Rumpf treffen. Dann das gebogenen Plastikantennenrohr einschieben und VOILA! Sieht gut aus, oder?
Da oben kommt die Antenne des Empfängers raus und wird zum Leitwerk hin abgespannt. Ist halt scale für Schaumwaffelbauer.
Habe den Popo mit dem Bauch verklebt. Ist schön winkelig geworden.

Es folgen ein paar Bilder ohne Text. (Der Flügelmann des Frischlings ist die GWS-Corsair.)


Ist doch ein hüscher Brummer geworden, die F4U Corsair. Jetzt noch einen Motorspant aus Pertinax fräsen (mit 1 mm Versatz) nach oben und rechts von vorne gesehen. Damit die Welle auch mittig rausschaut mit Zug und Sturz. Dann wird die Elektronik reingemacht und der Test, ob alles läuft. Programmieren der

Funke und so. Mann, bin ich froh, das mein Sender 10 Modellspeicher hat. 9 sind voll. Die EPP-Haube wurde mühsam ausgehöhlt und aus dem entstandenen Reste-Klotz ein Bediener für die ganzen Schalter etc. geschnitzt. Ein Geschützvisier wurde auch eingebaut, für den unwahrscheinlichen Fall, daß sich mit der F4U Corsair mal Gegner zu messen trauen.
Schaut selbst.

Und die Armaturen der F4U Corsair. Damit der Pilot auch weiß, auf welcher Frequenz er die Abschüsse zu melden hat.


Flächen der F4U Corsair einseitig schon weiß bepinselt...

Und die Braut im Kreise ihrer Lieben. Wird sie freundlich bei den Veteranen aufgenommen werden? (Sieht doof aus, aber ich habe den Rumpf der F4U Corsair wegen der frischen Farbe nur lose auf die Flächen gelegt, um mal eben das Foto zu machen.)
Für die, die lieber gucken als lesen.


Kurzer Geschichte-Exkurs:
1956 ging es um den Suez-Kanal. Der ägyptische Präsi Nasser okkupierte den Kanal und die Engländer und Franzosen fanden das nicht gut. Im Herbst 1956 gingen die Franzosen in Phase 3: Am 1. Nov. griffen französische F4U Corsair den ägyptischen Zerstörer an und verfehlten ihn. Eigentlich waren in Kampfhandlungen nur die 14. und 15. Flottille von der Lafayette und der Arromanches verwickelt. Die 12. kam nicht zum Zug. Die 12. Flottille von der Arromanches stellt das Flugzeug, was ich mir als Lackiervorlage ausgesucht habe. Das hat als einzige F4U Corsair kein schwieriges Staffelkennzeichen auf dem Seitenleitwerk. Bei EPP sind kleine Strukturen nicht so schön zu lackieren.
Nun bin ich wieder hin- und hergerissen: Lack vor dem Erstflug der F4U Corsair? Oder erst hinterher?Weil doch draußen so ein Sch...wetter ist, habe ich schon mal angefangen, die gelben Streifen abzukleben.
UND PLÖTZLICH WAREN DIE STREIFEN LACKIERT
Ich war es nicht, ehrlich.
Die Lackierunterlage ist ein riesiger Ausdruck aus einem Ingenieurbüro. Die haben den Fehldruck weg und ich saue mir den Boden beim Lacken mit der Airgun nicht mehr ein.


Habe noch an die Rumpfinnenseiten Birkensperrholz geklebt, weil der Rumpf der F4U Corsair doch durch den Flächenausschnitt auf der einen und die Akkuklappe auf der anderen Seite etwas wabbelig war. Haube ist jetzt auch aufgeleimt, aber die Kanzelstreben sind noch nicht aufgemalt.
WENN sie so fliegt, wie sie aussieht, dann kann nix passieren. WENN ich Millionär wäre, hätte ich eine echte.
Aber ich bleibe optimistisch. Air, here I come



Landungen können mit Schleppgas oder ohne Gas ins Gras gehaucht werden. Nur bei total langsamen Landungen reißt sie ab. Aber bis dahin...Flugvergnügen pur mit der F4U Corsair!
Jetzt werde ich erstmal die Lipos für morgen laden. Heute war plötzlich die Sonne weg. Schade, denn 2 volle Lipos hatte ich noch.
EINFACH NUR SUPER! LIBOR! HER MIT DER SERIE! ICH WILL NOCH EINE F4U CORSAIR!
