Lackieren modellbau

Alles im Lack?

Ob man nun ein gänzlich unlackiertes Flugzeugmodell erwirbt oder nur einzelne Details verschönern will. Tipps zum Lackieren sind immer willkommen. JRR zeigt uns, wie er es anstellt...

[eine weitere Anleitung zum lackieren hat Jochen hier veröffentlicht]

Hallo,
ich habe bereits einige Erfahrung mit dem Lackieren beim Plastikmodellbau sammeln können. Nun habe ich mir eine GWS BF-109 zugelegt. Den Baubericht könnt Ihr hier lesen. Beim Bau stand ich vor der Aufgabe, aus einem unlackierten Modell ein lackiertes zu machen.

gws-bf-109-unlackiert bf-109-lackiert-gws
Ich will einen möglichen Weg aufzeigen, wie man seinem Modellflugzeug die gewünschte Optik verpassen kann:

Erste Schicht Lack auftragen

Zunächst kamen die ersten Lackschichten drauf. Unterseite hellblau(grau). Oberseite ein graugrün, bzw. schwarzgrün. Die Rumpfseiten waren wieder etwas aufzuhellen, sind mir zu dunkel geworden. Lackiert wurde mit der Airbrush, eine Badger 200 mit 0,4er Düse und verdünnte Tamiya-Farben. Ich nehm immer Spiritus zum Verdünnen, billiger als der teure Tamiya-Verdünner.
Mit den Balkenkreuzen habe ich es so gemacht: einen Aufkleber genommen, auf Zeichenkarton aufgeklebt, inneres Kreuz ausgeschnitten, übertragen auf neuen Karton, weiße Umrandung ausgeschnitten, übertragen auf Karton, das gleiche Spiel dann mit dem letzten schwarzen Rand. So sind dann drei in/-aufeinanderpassende Schablonen entstanden. Angefangen mit dem inneren Kreuz, aufgelegt, mit Folienschreiber die Umrisse aufgezeichnet, mit einem guten Flachpinsel den Bereich ausgemalt. Nach dem Trocknen, die nächste aufgelegt, usw. Ist zwar ne längere Prozedur, aber sieht besser aus als die GWS-Aufkleber. Die kleinen Detailaufkleber werde ich hier und da dann doch verwenden, aber vorher wird der Bereich mit Glanzlack versehen, dann sieht man nicht so den silbrigen Aufklebergrund. Anschließend wird mit Mattlack versiegelt.
Ich habe nur den Bereich der hinteren Flächenbefestigung oben und unten, sowie im Flugzeugrumpf mit 25 Gramm Matte verstärkt. Der Rest der Bespannung ist mit Papier(12 Gramm) erfolgt. Ich habe auch nur Flügelunterseite, Rumpfunterseite, Dämpfungsflosse des Höhenleitwerk (HLW), Flächenvorderkante, Querruder (QR), LK´s, bespannt. Dort wo das Papier über die "Blechstösse" geht, zieht es sich nur wenig rein, ergo sind die Stösse nur noch andeutungsweisse zu erkennen. Ich hab sie dann beim Ausmalen einfach mitgemalt.

Tipps zum Lackieren

Ich versuche die Lackabplatzer immer so zu verwirklichen. Ich nehme einen kleinen Pinsel, Stärke 1 oder 2, und einen breiteren, aber flachen Pinsel mit festeren Haaren, aber keine Borstenpinsel.
plastikmodellbau-lack lackieren modellbau
Mit dem kleinen Pinsel tupfe ich vorsichtig an die Ecken der Blechstöße kleine Punkte abgetönte Alufarbe oder auch Stahlfarbe. Danach nehme ich sofort den breiteren Pinsel und tupfe einfach auf die Farbpünktchen in die Richtung in der die Farbe abplatzen soll. Erstmal versuchen auf Plastiksheet o.ä., denn weniger ist manchmal mehr.
Für die folgenden Tips lohnt sich die Anschaffung einer kleinen Mischpalette aus Blech vom Künstlerbedarf. Ü-Eier-Hälften oder Filmdosendeckel sind auch geeignet.
Wenn etwas sehr verrostet dargestellt werden soll, lohnt es sich mal nach echtem Rost zu suchen. Man nimmt einen Schaber und kratzt sich etwas in ein kleines Schraubgläschen. Dann zerkleinert man das Abgekratzte zu Rostpulver. Wenn man jetzt die Roststelle darstellen will, mischt man einwenig vom echten Rost unter die Rostfarbe und tupft dann z. B. rund um das Auspuffrohr oder das Loch mit dem Gemisch. Nach vollstänidger Durchtrocknung kann man noch mal ganz vorsichtig drüberschleifen (800er Papier), dann kommen die Rostpartikel besser zum Vorschein.
Eloxiertes Aluminium kann man super in allen Farben darstellen, wenn man sich von Humbrol die Farbe "Polished Aluminium" besorgt. Aber vorsichtig, das ist Kunstharzfarbe, sollte also Styro angreifen, auf EPP und dessen Derivat kann mans verwenden. Für Styro also verträgliche Farben verwenden.
Man nimmt das Alusilber (für Styro oder für andere Materialien) und gibt dazu eine kleine Menge Transparent-Farben des gleichen Herstellers. Schön durchrühren und sofort das gewünschte Bauteil lackieren, aber immer wieder umrühren, da sich die Farben im nicht trockenen Zustand nicht richtig vermischen.

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Spuren von ausgelaufenem Öl, Sprit oder undichten Leitungen, stelle ich wie folgt dar. Ich nehme einen dunklen Anthrazit-Farbton oder dunkelrotbraun, rühre die Farben aber nicht ganz auf, so dass oben noch ein wenig Verdünner steht. Dann wieder die Zwei-Pinsel Methode. Am Tankdeckel, z.B. an der untersten Stelle einen kleinen Tropfen nicht vollständig aufgerührte Farbe hintupfen, dann sofort mit dem trockenen breiteren Pinsel nach unten Wischen, aber immer in Richtung Erdanziehungskraft. Ölspuren aus Fahrwerksschächten, Ruderscharnieren, etc. werden genauso gemacht.
Rußspuren von Bordkanonen, Auspuffen werden mit der Trockenmalmethode gemacht. Man nimmt einen Rundpinsel, schneidet ihn zur Hälfte gerade ab. Dann nimmt man sich mit einem Zahnstocher o.ä. etwas Farbe ausdem Topf, am besten von unten das Dicke und streicht es auf einer dicken Pappe ab. Jetzt nimmt man den Pinsel, berührt nur ganz leicht den Farbklumpen und streicht auf der Pappe den Pinsel aus, bis er fast ganz trocken ist. Dann wischt man mit dem Pinsel in die Richtung, in der die Rußspuren hinwehen sollen. Das Ganze wiederholt man so lange bis der gewünschte Grad der Verschmutzung erreicht ist.

Lackieren? üben üben üben

Wie gesagt, üben an Rest-Stücken sollte irgendwann den Erfolg bringen.
Einige Grundsätze gibt es noch, weniger ist manchmal mehr, man sollte auch bedenken, war es ein Muster das Einsätze geflogen hat, oder nur aus "Friedenszeiten" stammt. Gewisse Freiheiten sind im Modellbau erlaubt, daran erkennt man die "Handschrift" des Erbauers.
Für meine GWS BF-109 ist jetzt die erste Farbschlacht geschlagen. Einen Teil der beiligenden Aufkleber habe ich dann doch verwendet. Vorher hatte ich aber die Stellen, an denen die Papperl hinkommen, mit Glanzklarlack 2 mal behandelt. Nachher wird der ganze Flieger mit einer Schicht Mattlack überzogen. Egal was man nimmt, ob Aufkleber oder Wasserschiebebilder, niemals auf Mattlack kleben. Da scheint dann die Folie bzw. der Trägerfilm als silbrig glänzende Schicht durch. Außerdem halten die Decals (Aufkleber) sehr schlecht. Da hilft auch kein Microset und Microsol. Deswegen ist die 109 momentan noch so scheckig im Glanzgrad; weil Matt- und Glanzlack nebeneinander. Jetzt kommen noch ein paar Lackabplatzer und danach kommt noch mit hellem Sand und/oder grau eine leichte Dämpfung der Farben.

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Gruß und Danke fürs Lesen, JRR

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  • msdfre

    veröffentlicht am 2011-08-07 18:37:18

    und wie depron oder styro???

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    • JRR

      veröffentlicht am 2011-10-21 14:28:42

      und wie depron oder styro???

      Falls du das noch liest, die beschriebene und abgebildete Bf 109 ist aus Styro! Egal welches Material, wichtig ist passende Farben, bei Styro/Depron halt Farben ohne Lösungsmittel!
      Grüße

      Jochen

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