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Holz? Gerne!Jochen zeigt uns einen schicken Bau aus Holz. Genauer eine Spitfire...
Dieser Baubericht entstammt der Feder von Jochen, der guten Seele von uns fpv-fliegern... Vielen Dank hierfür 
Hallo, Wieder einmal hat heute der Holzwurm zugeschlagen. Ich wollte schon immer eine Spit haben. Da aber aufgrund einiger Probs die Modellbaukasse ziemlich leer ist, aber mein Holzlager noch einiges hergibt, habe ich gesucht.
Da ein Kumpel von mir sehr viele FMT-Ausgaben besitzt und fein säuberlich auch alle Planbeilagen hat, habe ich den Kopierer glühen lassen. So bin ich nun zu 4 Plänen/Schablonen und Bauberichten gekommen. Es sind alles Combat-Pläne. Ein Modell ist für einen 4ccm Motor, die anderen für 2,5er Motoren. Die Spit ist die sog. Waldmann-Spitfire, sie erschien mir erstmal als die einfachste Konstruktion, bei guter Optik. Die anderen sind Modelle aus der Schmiede von Timo Starkloff, Hawker Typhoon, Ki-43 und Yak-9.
Ich habe zwar noch einen neuen ASP15 hier liegen, der soll aber später mal in eine Typhoon rein. Deshalb werde ich die Spit elektrisch antreiben. Also habe ich dann losgelegt. Als erstes hab ich diemal mit dem ungeliebten Flächenbau begonnen. Das Schöne daran ist, man kann erstmal durch die gerade Unterseite direkt auf dem abgedeckten Brett bauen. Erst wenn die obere Beplankung aufgezogen wird, kommt vorher unter die letzte Rippe ein 3mm Keil, um die Schränkung in der Flächen zu erzeugen.
Ich möchte mich hier nicht in vielen Worten verlieren, wie die Fläche gebaut wird. Es steht sehr gut beschrieben in der Bauanleitung des Spitfire Plans. Ich könnte auch nur den Text abschreiben, möchte hier aber mit ein paar schnellen Worten den Flächenbau beschreiben: Plan-Bereich der Fläche kopieren, einmal als Schneidschablone ausschneiden und einmal als Unterlage auf dem Baubrett. Die Baubrettschablone aufs Brett nageln und mit Haushaltfolie abdecken. Anhand der Schneidschablone die drei Unterseiten-Flächenteile 2mal ausschneiden (für rechte und linke Flächenhälfte). Die 3 Teile werden jetzt aufs Baubrett geheftet und mit dünnflüssigen Seku verklebt. Nun werden alle Positionen auf den Brettchen angezeichnet, Rippen, Holmstücke, Querruder-Position und die Querruder-Hilfsholme. Jetzt die Rippen je 2mal ausschneiden und parallel verschleifen, die 1. Rippe aufkleben, Holmstück nach grober Anpassung aufkleben.
So gehts weiter bis zu letzten Rippe. Anschließend werden die Leistenstücke für die Querruder eingeklebt. Wenn alles durchgetrocknet ist, wird die Flächenhälfte, immer noch auf dem Baubrett liegend, kontur verschliffen, also Profil-Wölbung und Längswölbung. Dies ist eigentlich der schwierigste Schleif-Akt am Modell. Zum Schluss wird jetzt aus Balsbrettchen die Oberseitenbeplankung aufgezogen. Vorher wird die Flächenhälfte an dem äußeren hinteren Rippenende vom Baubrett gelöst und mit einem Keil nach Zeichnung 3mm unterlegt und wiederbefestigt. Ist die Oberseitenbeplankung verklebt und getrocknet, hat die Flächenhälfte jetzt 3mm Schränkung erhalten. Erfolg dieser Maßnahme ist, dass ein evtl. Strömungsabriss später und kontrollierbarer erfolgt. Gegenüber der Baubeschreibung habe ich lediglich die Bauweise der Randbögen geändert, in dem ich drei "Scheiben 5er und 6er Balsabrettchen übereinander und dann an die letzte Rippe geklebt habe. Auch habe ich statt einer Vierkantleiste, die dann in Form geschliffen werden muss, eine fertige Nasenleiste genommen und nachgeschliffen.

Die Fläche für die Spit ist fast fertig. Als nächstes werden die Querruder rausgetrennt, die V-Form angeschliffen und dann werden die Hälften verklebt. Es ist das erste mal, dass ich eine Fläche auf die Art und Weise baue. Rippenfläche aus dem Baukasten gabs zuletzt beim kleinen Uhu bei mir. Sogar die Schränkung hab ich hinbekommen, leider ist bei der linken Flächenhälfte die Schränkung geringfügig weniger ausgefallen, hoffentlich bekomme ich das mit der Trimmung hin. Servos sind 2 HXT900 in der Fläche. Da die Fläche m.E. etwas geworden ist, gehts jetzt auch mit dem Rumpf weiter.

Mühsam gehts weiter. Der Rumpf ist relativ einfach aufzubauen, da die ersten 5 Spanten alle die gleiche Breite haben. Dann sollte man sich aber an den Spanten die Kante der Seitenteile anzeichnen, damit man die Spanten auf die gleiche Höhe klebt, sonst passt die Beplankung nicht. Auch sollte man diese 5 Spanten vor dem Verkleben aufeinanderlegen und die Radien identisch schleifen. Der Plan ist da leider nicht so genau. Der Rumpf ist nun hinter und vor dem Cockpit beplankt. Hinten sind es 2 Streifen seitlich und einer als Deckel, dann wird es schööööön rund und spitfiremässig verschliffen. Der vordere Bereich ist da etwas einfacher, weil geradlinig, zwei Streifen seitlich, so breit, dass die Cockpitlinie abgedeckt ist. Dann schmale Streifen für den Rest. Wieder schön rund schleifen. Dieser Rumpf ist bis jetzt der am leichtesten zu bauende. Die ersten 5 Spanten = gleiche Breite. Die ersten 4 Spanten = gleiche Radien bei den Bögen, lediglich unterschiedliche Längen. Die beiden Spanten hinter dem Cockpit sind natürlich schmaler. Wenn die ersten 4 Spanten an eine Seite eingeklebt sind, andere Seite drauf, auf ebener Platte ausrichten, mit Nadeln fixieren, Seku drauf , fertig. Später kommen dann noch Verstärkungen rein. Dann das Rumpfende zusammen ziehen, schön vermitteln und die restlichen Spanten an vorgezeichneter Stelle einkleben. Bei dem Rumpf ist es fast unmöglich Verzug reinzubringen.


Die Flächenhälften sind jetzt verklebt, nachdem ich die Wurzelrippe jeweils um 5 Grad angeschliffen habe. Geklebt wurde das Ganze mit Epoxy. Auf die Oberseite kommt noch Glasmatte, ebenso wie unten aber feinere Glasmatte hinkommt, zwecks dem leichteren Glätten. Danach habe ich das Höhenruderservo eingepasst, einen Halter gesägt und eingeklebt. Der Bowdenzug verläuft schön geradlinig. Hiernach wurde dann der hintere Rumpfboden angepasst und verklebt. Vorher wurde aber an die Seitenwände unten jeweils eine Dreikantleiste geklebt, so dass man hier den Rumpf etwas runder schleifen kann.
Anschließend habe ich dann die Fläche so bündig wie möglich in den Flächenausschnitt vom Rumpf eingepasst. Als das geschen war, habe ich von vorne mit einem dünnen Bohrer die Flächenarretierung angezeichnet, in dem ich bis in die Fläche gebohrt habe. Anschließend wurden die Löcher auf 5mm aufgebohrt und die Fläche bekam einen 5mm Dübel eingeharzt. Hinten wurde ein Brettchen mit einer Einschlagmutter versehen, wiederum die Fläche durchbohrt und mit einer Kunststoffschraube befestigt.
Die Höhenleitwerksfläche ist jetzt auch verklebt. Dies geschah in Abstimmung mit der zuvor befestigten Tragfläche. Dadurch konnte man die beiden Flächen schön zueinander ausrichten.


Nachdem der Rumpf verschlossen war, hab ich die Fläche ordentlich eingepasst und befestigt. Dann habe ich mich dem Leitwerk gewidmet. Das Seitenruder ist ja nicht angelenkt. Damit es etwas stabiler ist, habe ich 4mm Balsa genommen, mit einer kleinen Kiefernleiste verstärkt und aus mehreren Teilen gefertigt, die sich gegenseitig absperren. Genauso bin ich mit dem Höhenruder verfahren, allerdings ist das nur 3mm. Das ganze Leitwerk wurde bei angeschraubter Fläche mit dem Rumpf verklebt, so dass man es gut und genau zur Fläche hin ausrichten konnte. Abschluss der Geschichte waren die Rumpfübergänge am Leitwerk.


Als nächstes habe ich mittels Balsastreifen und Molto-Leichtspachtel die Flächenübergänge gestaltet. Rumpf und Fläche dabei verschraubt, vorher aber Haushaltsfolie dazwischen gelegt. Dann habe ich die Balsastreifen mit dem Rumpf verklebt. Danach den Feinspachtel aufgetragen und mit einem feuchten Finger verstrichen. Das hält die umständliche Hohlkehlenschleiferei in Grenzen. Zum Schluss wurde Rumpf zweimal mit Porenfüller behandelt und geschliffen. Dann habe ich mich bespannungstechnisch an die Fläche gewagt. Oratex-Antik hatte ich noch liegen. Also Folienbügeleisen ausgeliehen und losgelegt. Ist mir doch ganz gut gelungen, die einzigen Schwierigkeiten waren die Randbögen. Auf der Unterseite habe ich dann noch die Bauchlandeflächenunterseitenkühler nachgebildet. Bitte erhebt keinen Anspruch auf Scale, hab mich so gut es ging nach einem 3-Seiten-Riss orientiert. Im Anschluss hieran hab ich den Rumpf und die Leitwerke komplett mit Papier und Parkettlack bespannt. Nach dem vollständigen Trocknen wurde der Rumpf verschliffen. Anschließend werden die Umrisse der Tarnflecken aufskizziert. Dann kommt auch Farbe drauf.......


Es geht in den Endspurt mit der Spitfire. Die Fläche wurde fertig bespannt. Die Haube und die Cowling wurden nebenher angepasst. Dann gings ans lackieren. Ist alles freihändig mit Revell-Kunstharz-Mattfarben erfolgt. Als erstes das Grau, dann das Grün. Die Unterseite der Spit wurde in hellblau gehalten. Als das richtig durchgetrocknet war, habe ich die weiße Gesamfläche der Invasionsstreifen angezeichnet, abgeklebt und lackiert. Als das trocken war, auf die gleiche Art und Weise die schwarzen Streifen ausgemessen und lackiert.
Nächster Arbeitsschritt war das Abkleben der Kabinenhaube. Die hatte ich vorher am Rumpf angepasst und mit 4 kleinen Holzschrauben befestigt. Die Kanzelstreben wurden in das Tarnschema mit einbezogen. die Cowling war auch schon mit Schrauben befestigt und wurde im gleichen Atemzug wie der Rest mit bemalt.
Danach habe ich dann die gelben Flächenvorderkanten und die roten Absetzungen abgeklebt und lackiert. Als alles mehrere Tage im Heizungskeller durchgetrocknet war, wurden die Stellen wo die Decals hin sollten, mit glänzendem Klarlack überzogen. Die Decals, die ich verwendet habe, stammen aus dem Baukasten der GWS P-40. Die passen haargenau im Massstab. Als die Decals trocken, waren wurde der ganze Vogel mit mattem Klarlack überzogen.Als Farblacke habe ich die Revell-Airbrush-Gläser genommen. Dadurch, dass der Lack schon sehr dünn ist, er aber trotzdem gut deckt , aber nur bei den matten Farbtönen, spart man Gewicht, das man noch für den Klarlacküberzug braucht.


Der Motor ist jetzt da, ein Turnigy 3632-1200. Hatte vorher mit DriveCalc ein wenig experimentiert und dann den Motor mit einer 9x4,5 APC-E Latte kombiniert. Da kamen knapp über 1000g Schub bei moderaten 23A heraus. Jetzt wird der Motor erstmal implantiert und dann werden wir sehen, ob DC recht hat. Der Motorträger ist Eigenbau aus 4mm Gewindestangen und Alurohren und einem Montagekreuz. Mit Hilfe eines zweiten Montagekreuzes habe ich die Position des Motors festgelegt. Dazu wird auch die Motorhaube montiert. Der Motorträger wird soweit außermittig ausgerichtet, so dass die Motorwelle genau mittig an der Motorhaube rausschaut. Dann werden die Löcher im Spant gebohrt und der Motorträger mitsamt Motor montiert. Die Motorhaube wieder drauf, Prop, Mitnehmer und Spinner drauf. Es wird alles dann so angepasst, dass der 57mm Spinner rundherum den gleichen Spalt zur Motorhaube aufweist. Das Ganze wird nochmal abgenommen und drei 10mm Löcher für Lüftung und Kabeldurchführung gebohrt.


Anschließend wird alles zusammengebaut, der Regler am Motor angeschlossen. Nun wird noch ein Plätzchen für den Regler gebraucht. Er sitzt hier an der Seite und ist mit einem Stückchen doppelseitigem Spiegelklebeband befestigt. Die Akkuplatte verläuft hier längs vom 1. bis zum 3. Spant, liegt auf dem 2. Spant auf. Jetzt fehlt noch das Auswiegen. Also den in der Zeichnung angegebenen Schwerpunkt auf der Flächenoberseite angezeichnet. Tiefdecker werden kopfüber ausgewogen. Und ab auf die Waage, natürlich "vollgetankt", also flugfertig mir eingelegtem Akku.
Doch haaaaaaaalt!!!!! Was ist das? Der Vogel ist total schwanzlastig. Ich habe kleine Messinggewichte aus einer alten Haushaltswaage, damit lässt sich der Gewichtsausgleich relativ exakt bestimmen. Also die Spit nochmal aufgemacht. Akku ganz nach vorn und wieder auf die Waage. Mit 90g Gewicht auf der Nase kommt sie dann in die richtige Lage. Das ist zuviel, viel zu viel. Das würde bei der Größe des Modells ein Gesamtgewicht von fast 1100g bedeuten. Dadurch steigt die Flächenbelastung und der Vogel wird zur Kanonenkugel. Für Könner am Knüppel ist sie immer noch fliegbar, aber nicht unbedingt scalemässig.
Also was tun? Fakt ist, die Spit braucht Gewicht nach vorne.

Hier endet mein Baubericht. Mittlerweile ist die Spit nicht mehr in meinem Besitz. Ein Fliegerkollege aus einem RC-Forums hat sie übernommen und will sie bei Airrace-Wettbewerben einsetzen. Für mich wäre sie zu schnell geworden. Der Motor der für die Spit vorgesehen war, treibt jetzt meine Trojan vorwärts. Die ist mit einem kleineren Propeller als die Serie jetzt schneller als vorher.
Wichtig war beim Bau der Spit, Bautechniken kennenzulernen. Ich baue weiterhin mit Holz, schon bald werde ich euch mit einer 2-Mot nerven.
Bis dann Grüsse Jochen |