Akku und Ladegerät
Das Ladegerät begleitet Dich im Idealfall für längere Zeit. Insofern macht es durchaus Sinn, gleich in ein qualitativ hochwertigeres Produkt zu investieren. In der Preisklasse von 60 bis 150 Euro finden sich ganz gute Ladegeräte.
Achten solltest Du beim Kauf eines Ladegerätes darauf, dass alle üblichen Typen von Akkus geladen werden, wie NiMH, LiPos, NiCd, Li-Ionen, pp. Außerdem sollte das Ladegerät über eine Delta-Peak-Abschaltung verfügen sowie verschiedene Programme aufweisen (Automatik, Lade-Entlade-Programme…).
Will man als Akku-Typ Lipos benutzen (und das willst Du ja möglicherweise ;-)) sollte man darauf achten, dass das Ladegerät über einen so genannten Balancer verfügt. Die in Serie geschalteten Lipo-Zellen können sich unterschiedlich entladen während des Gebrauchs. Ein Ladegerät mit Balancer sorgt dafür, dass die Zellen wieder gleichmäßig geladen werden und nicht eine übermäßig versorgt wird.
Hinsichtlich des Akkus lautet unsere Philosophie für das Einsteiger-ABC: Mach Dir den Start so leicht wie möglich.
Ebenso wie beim Ladegerät, kann man auch bei der Wahl des Akkus unendlich viel Zeit mit der Anhäufung von Wissen verbringen. Aus unserer Sicht, muss dies aber gerade beim Einstieg ins Hobby auch mit weniger Informationen klappen. Sind wir doch einmal ehrlich: Der Anfang ist komplex genug. Nicht jeder Interessierte hat einen leichten Zugang zu den vielen technischen Details. In der Regel hast Du als Neuling doch eher Lust auf baldiges Fliegen und nicht auf das Studieren der Eigenschaften des Zubehörs. Wenn Du dann Freude am Fliegen hast und hängenbleibst, kannst Du Dich immer noch mit den Detailfragen beschäftigen. Vertraue auf bewährte Technik und los geht es.
Insofern fallen unsere Tipps für den Kauf des Akkus auch überschaubar aus: Besorge Dir einen Lithiumpolymerakku, auch Lipo genannt. Die Kapazität des Lipos sollte in Abhängigkeit des Gewichts und der gewünschten Leistung des Flugmodells gewählt werden. Vertraue im Zweifel auf die vorgeschlagenen Angaben des Händlers.
Zum Umgang mit Lipos sei erwähnt, dass ein wenig Sorgfalt erforderlich ist. Akkus können grundsätzlich aufblähen oder sogar Feuer fangen. Das Aufblähen ist hierbei noch vergleichsweise harmlos, geopfert wird „lediglich“ der Lipo. Passieren kann ein Aufblähen etwa, wenn man einen Lipo-Akku über Wochen angeschlossen im Modell liegen lässt. Wir haben das einmal unfreiwillig für Dich vorgemacht, wie auf dem Foto zu sehen … Also immer abstöpseln nach dem Flug (und antürlich auch vom Ladegerät). Natürlich sollte man Akkus auch nicht dem Wasser (Regen) aussetzen und nicht in der prallen Sonne liegen lassen. Auch auf den Boden schmeißen und Gegenstände hinein stechen verbietet sich logischerweise. Du kannst Deine Lipos in einer feuerfesten Kiste (etwa einer Geldkassette aus dem Baumarkt) oder in einem Gefäß aus Glas mit Deckel lagern. Man findet auch immer wieder Empfehlungen für einen Keramik-Blumentopf gefüllt mit etwas Sand. Dazu einen Sandsack als Deckel (der Sandsack wird dann aus einer Plastiktüte gefertigt, die im Ernstfall kurz wegschmilzt und den Sand freigibt…). Schließlich gibt es auch käufliche Lösungen, feuerfeste Lipo-Ladetaschen. Um die volle Kapazität des Lipos lange zu erhalten, solltest Du keine ganz vollen Akkus längere Zeit lagern, sondern stets ein wenig entladen. Mit einer Ladekapazität von etwa 50 bis 70 Prozent lassen sich Lipos gut aufbewahren. Ladegeräte haben dazu einen eigenen Modus, um diese Ladekapazität zu erreichen.
Bei allem gilt: hinsichtlich des Ladens und Gebrauchs immer die Angaben des Herstellers durchlesen und beachten.
Soweit also unser Tipp zum Akku. Wir wollen einen groben technischen Überblick zu den Lipos dennoch nicht schuldig bleiben: Die Leistungs-Daten von Lipos werden oft abgekürzt. Die Nennspannung einer Zelle liegt bei 3,7 V. Schließt man mehrere Zellen in Serie, so steigt der Gesamtwert. Bei 3 Zellen etwa auf 11,1 V. Wieviele Zellen in Serie geschaltet sind, gibt der S-Wert an. Mehr Volt holen mehr Leistung aus dem Motor, insofern hat man bei der Verwendung von 3 statt 2 Zellen theoretisch eine Steigerung von 50 Prozent. Hat man es mit Zellen zu tun, die parallel geschaltet sind, liest man dies dem P-Wert ab. Der C-Wert gibt schließlich an, wieviel Strom der Akku maximal liefern kann. Die Kapazität des Akkus wird in Milliamperestunden (mAh) gemessen. Ein Lipo mit 1800 mAh kann beispielsweise eine Stunde lang 1,8 A abgeben, bis er wieder geladen werden muss. Oder etwa eine halbe Stunde 3,6 A. Laden sollte man Lipos üblicherweise nicht über 1C, wobei sich C hier auf die Akku-Kapazität bezieht. Zu hohe Ladeströme können dem Lipo schaden.
In aller Kürze:
+: für 60bis 150 Euro bekommst Du ein qualitatives Ladegerät (zB. ein IMAX B6 Pro)
+: achte auf verschiedene Programme und einen Balancer im Ladegerät
+: verwende Lipos, gehe sorgfältig damit um
+: beachte die Hersteller-Hinweise
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