RJX Rotorkopf am Trex 600 montiert und geflogen
Gestern hab ich endlich meine Elektronikallergie überwunden und das schon vor Wochen gekaufte Microbeast Version 2 zusammen mit dem hier schon vorgestellten RJX Kopf montiert.
Eigentlich wollte ich den Rotorkopf erstmal ohne Beast im Schwebe-und Rundflug ausprobieren, um eventuelle Probleme, bei denen man möglicherweise nicht unterscheiden kann, ob sie vom Rotorkopf oder vom Beast stammen, eingrenzen zu können.
Ich hab dann aber in einem Rutsch durchgearbeitet, ich hatte keine Lust, zu unterbrechen.
Um es vorweg zu nehmen: es wäre auch nicht nötig gewesen, der Erstflug verlief trotz meiner Skepsis erfolgreich!
Der Rotorkopf:
Der Wechsel vom Align Paddelkopf auf den RJX Kopf war in Minuten erledigt. Nach dem der Paddelkopf mit allen Anlenkungsteilen oberhalb der Taumelscheibe entfernt war, wurde erst der TS-Mitnehmer und dann der Kopf auf die Rotorwelle geschoben und verschraubt. Dabei wählte ich als Abstand des Mitnehmers zum Kopf 10mm. Der Mitnehmer muss mit seinen Armen parallel zum Rotorkopf ausgerichtet werden.
Leider passen die RJX Kugelköpfe nicht perfekt auf die Align TS-Kugeln, die RJX-Kugeln sind 5/100 Millimeter größer als die von Align, so dass hier etwas Spiel in den Kugeln ist.
Versuche, die Gestänge von den Kugeln zu ziehen, liessen zwar vermuten, dass das im Flug hält, aber trotzdem schraubte ich noch etwas weiter. Ich schrieb ja im ersten Teil schon, dass sich die Kugelköpfe nur von einer Seite montieren lassen, diesen Effekt nutzte ich, indem ich die TS-Kugeln abschraubte und die Kugelköpfe von der Rückseite aufsteckte. Ein Tröpchen Öl hilft dabei, den Kugelbund durch den Kugelkopf zu bekommen.
Man kann zwar die Gestänge nun nicht mehr ohne weiteres abklipsen, aber das braucht man normalerweise nur ein- zweimal im Jahr wenn man verschlissene Kugelköpfe tauschen möchte, bzw. nach einem Crash.
Leider kann man das Verfahren bei den Y-Gelenken des Taumelscheibenmitnehmers nicht anwenden.
Da diese nicht symmetrisch sind, kann man sie auch nicht um 180° drehen, wie es erforderlich wäre.
Aufgrund ihrer geringeren Masse halte ich die Wahrscheinlichkeit ihres Abrutschens aber für äusserst gering.
Das Microbeast:
Die Montage des Microbeast machte mir nur insofern Mühe, als es galt, einen Platz zu finden, der auch später im Rumpf noch gut zu erreichen ist.
Ich entschied mich für einen Platz an der linken Chassisseite unterhalb des Hauptzahnrades, weil ich so auch mit den vorhandenen Kabel perfekt klar kam.
Die Kabel sind, wie vorgeschrieben, nicht direkt am Beast gebündelt, sondern erst einige Zentimeter weiter.
Nun kam die Programmierung. Anfangs dachte ich, zu blöd zu sein, denn gleich der erste Programmpunkt machte Ärger. Nach der Wahl des Empfängertyps wollte ich die Kanalzuordnung einstellen.
Allerdings verliess das Beast nach Wahl des Standardempfängers beim nächsten Druck auf den Programmierknopf diese Programmebene. Nach einigen Versuchen merkte ich aber, dass eine Kanalzuordnung bei der Auswahl des Empfängertyps "Standard" nicht nötig und somit auch nicht vorgesehen ist.
Die restliche Programmierung war dermaßen einfach, dass ich hier nicht näher darauf eingehe.
Es ist wirklich kinderleicht, als Elektronikmuffel traue ich mich, das zu sagen!
Sämtliche Einstellungen beliess ich für den Erstflug in der Grundeinstellung. Als Gyroeinstellung im Sender wählte ich 65%, wobei ein Wert unter 50% Normalmodus und eine Wert darüber Heading Lock bedeutet - zumindest bei meiner Hitec Aurora 9 und gewähltem Singlemodus.
Der Erstflug:
Ich bin dann, nachdem ich gestern alles fertig stellte, heute trotz des enorm böigen Windes zum Platz gefahren, um das System zu testen. Ich wusste allerdings von anderen Fliegern schon, dass ein FBL-System mit Wind besser fertig wird als ein Paddelkopf.
Ausserdem hatte ich den T-Rex 600 in diesem Jahr schon mehrfach bei solchen Böen in der Luft und war immer begeistert, wie gut der Heli bei solchem Wind fliegt.
Man soll bei einem FBL-System am Boden keinesfalls Roll, Nick oder Heck steuern, dabei sind schon Helis am Boden umgekippt.
Ein Start ist also eher mit einem Sprung ins kalte Wasser zu vergleichen, Pitch rein und zügig abheben.
Um die Sprunghöhe etwas zu verringern, habe ich erstmal die Gasvorwahl, nachdem der Rotor einige Hundert Umdrehungen erreicht hatte, wieder abgestellt und das System beobachtet, ob unlogische Bewegungen der Taumelscheibe zu sehen sind.
Nachdem ich das dreimal mit jeweils höherer Drehzahl ausprobiert hatte, liess ich den Heli auf die programmierte Drehzahl von 1740 Umdrehungen kommen und hob zügig ab.
Was nun kam, war schon begeisternd, der Heli stand in der Luft, als wenn nichts wäre: kein Beast, kein anderer Rotorkopf, und auch kein Wind.
Ich hab dann fünf Akkus leer geflogen, mit einigen Kontrollpausen zwischendurch.
Dabei habe ich anfangs nur geschwebt, später Rundflüge und Turns geflogen. Mehr wollte ich mit mittlerweile klammen Fingern und dem Starkwind heute nicht probieren, zumal eines der beiden Anlenkgestänge nach dem 5. Flug leicht durchgebogen war.
Hier handelt es sich vermutlich um minderwertiges Material, es scheint sich wohl doch nicht um den originalen RJX-Kopf zu handeln!
Das Flugverhalten des Helis mit Beast und RJX Kopf und semisymmetrischen Spinblades ist nun aufgrund des böigen Windes abschliessend nicht zu beurteilen, zumal ich ja auch noch keine Umprogrammierungen vorgenommen habe.
Fest steht, dass die serienmässige "Sport" Charakteristik einen sehr stimmig fliegenden Heli ergibt, nicht zu hart im Feedback und besonders am Heck wesentlich angenehmer zu steuern als der doch etwas synthetisch und bei kleinen Drehraten zu hart wirkende Align GP 780 Gyro.
Allenfalls auffällig war ein Durchsacken des Helis bei engen Wendemanövern in den Wind. Ob der böige Wind dies verursacht oder ob man doch eine schärfere Regelcharakteristik programmieren muss, kann ich heute noch nicht sagen.
Klar ist aber, dass das Microbeast wie alle FBL-Systeme stärker am BEC nuckelt. Fünf noch nicht einmal besonders anspruchsvolle Flüge, allerdings bei starkem Wind, haben 1325mah aus dem 1900er 2S Lipo gezogen. Zum Vergleich mit dem Paddelkopf: dort reichten etwa 1000mah für sechs Flüge!
Man kann also locker den anderthalbfachen Strombedarf rechnen.
Ob andererseits weniger Leistung aus dem Flugakku entnommen wurde, weil der FBL-Kopf effektiver als ein Paddelkopf ist, kann ich derzeit noch nicht sagen. Es ist nach landläufiger Erfahrung aber zu erwarten.
Für mich als Scaleflieger scheint wenig Optimierungsbedarf zu bestehen und morgen mache ich auf den Weg ins 40Km entfernte Soest um dort den bestellten Funkey Airwolf abzuholen.
Dann geht hoffentlich eine fast dreimonatige Wartezeit zuende, nachdem ich Ende September eine Bestellung bei einem anderen Händler stornierte.
Mal sehen, welchen Eindruck der Rotorkopf zusammen mit dem Airwolf hinterlässt.
Ich werde berichten!
Gruss Jürgen

BJ
veröffentlicht am 2011-10-06 22:54:11
Super gelungen! Gratuliere! Animiert mich und bestärkt mich darin mir auch einen TRex 600 anzuschaffen. Bei mir soll es mal eine Cobra werden ;-) Wird aber noch eine Weile ein Traum bleiben :-(
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