Freitag 5. März 2010 - JRR
Gedanken übers Einsteigen und Flugsimulator - eigene Erfahrungen
Wenn ich heute drüber nachdenke, ist Modellfliegen eigentlich das Größte unter den RC-Aktivitäten. Wobei ich auf keinen Fall die Leistungen der anderen Sparten schmälern will. Es gehört schon was dazu ein Auto mit 100km/h oder ein Rennboot mit 90km/h um einen gesteckten Kurs zu treiben. Oder sich lange Zeit mit dem Bau und der Detaillierung eines Modells zu befassen.
Aber eins musste ich in der Vergangenheit feststellen, dass Fliegenlernen alleine nicht geht. Auch der beste Simulator kann die Wirklichkeit nicht ersetzen. Es fehlt einfach der adrenaline Kick, das Modell in der Luft zu halten, das Modell das machen zu lassen was es soll. Vor allem fehlt aber der Gedanke im Hinterkopf, das es viel Geld kostet, wenn die Kiste runterkommt. Ich habe das Fliegen mit Hilfe eines Freundes gelernt. Ich hatte aber den Vorteil, dass ich schon mit einem Computersender umgehen konnte. Mein "Lehrer hat das Modell gestartet, dann hat er mir gesagt, wo die Reise hingehen soll. Ich hing also nicht am Kabel, sprich Lehrer-Schüler- Verbindung. Allerdings endet der erste Flug wieder im Baum. Frustriert den Vogel da runtergeholt, repariert, viel war Gott sei Dank nicht kaputt und wieder nach Hause gefahren. Da wollte ich eigentlich die Sache für immer vergessen, weil ich der Meinung war, ich bin zu blöd zu Modellfliegen.
Aber mein Freund rief den nächsten Tag an: mach die Kiste klar, wir gehen raus! Gesagt, getan, und siehe da, einen ganzen Akku lange hab ich den Vogel in der Luft gehalten, immer Kreise geflogen, sogar ein paar Achten hab ich geschafft. Die Landung hat auch geklappt, gegen den Wind gestellt, immer weniger Gas(Strom) und ganz sanft hat er sich ins Gras gelegt.Danach hab ich mir gesagt:
Hurra, jetzt bin ich Modellflieger.
So ging das noch zwei Wochen, dann hab ich das erste mal meinen Flieger alleine aus der Hand gestartet. Der erste Versuch ging daneben, nix passiert. Flieger wieder saubergemacht , weil er lag im feuchten Dreck und dann nochmal, aber richtig. Geklappt, wieder ein Stück weiter.
So hat sich das Ganze bei mir abgespielt. Auch wenn man Fernsteuererfahrung hat, ich habe 6 Jahre lang aktiv RC-Car Wettbewerbe gefahren, habe zwei Rennboote, die 60km/h und ca. 95km/h schnell sind, aber das Gefühl für die Knüppel und Ausschläge am Flugmodell musste auch ich erst lernen.
Übrigens mein Einsteiger-Modell war der Multiplex EasyStar. Es gibt mit Sicherheit noch andere sogenannte Einsteiger-Modelle, aber der EasyStar ist in meinen Augen das beste Modell für den Einstieg. Und mit ein bischen modellbauerischem Geschick kann er mit dem Können mitwachsen, z.B. Querrudereinbau.
Fazit für mich, es geht nichts über das Lernen in der Realität, sei es im L/S-Betrieb oder jemand der moralische und/oder handgreifliche Unterstützung bietet. Selbst der weltbeste Simulator kann meiner Meinung nach, nicht die Wirklichkeit ersetzen. Für mich ist der Simulator nichts weiter als ein Computerspiel mehr auf dem Markt. Das Geld kann man sinnvoller einsetzen.
So genug graue Theorie für heute, bald gibts hier was von meinen laufenden Projekten.
Grüsse
Jochen