erste Landung auf einem Flugzeugträger

Die Jahre der Fliegerasse. Bleiben Sie dabei und lesen Sie die den letzten Teil der Geschichte der Warbirds.

[Erster Teil der Geschichte des Jagdflugzeugs] [Zweiter Teil der Geschichte des Jagdflugzeugs]

Wasser- und Trägerflugzeuge

Auch zu Wasser wurden die Eigenschaften des Flugzeuges geschätzt. Wie zu erwarten begann die Karriere des Flugzeuges auch hier im Bereich der Aufklärung. Mit der W.4 brachte Albatros einen etwas größeren Jagdeinsitzer als Wasserflugzeug heraus. Das Wasserflugzeug wurde von der deutschen Marine an der Küste Flanderns eingesetzt. Der Albatros wurde später durch die Hansa-Brandenburg W.12 abgelöst. Es war ein genau so schnelles Wasserflugzeug, jedoch zweisitzig und mit einem beweglichen Parabellum-Maschinengewehr für den Beobachter ausgerüstet, so dass sich die Marineflieger auch gegen von hinten anfliegende Jäger verteidigen konnten. Der Royal Naval Air Service (RANS) operierte von Dünkirchen aus. Es wurden Luftschiffhallen und Unterseebootbasen mit Bomben angegriffen.
Wasserflugzeug Hansa Brandenburg auf Wasser
Der Zweig der Marineflieger entwickelte selbst Wasserflugzeuge für die U-Boot- und Luftschiffabwehr. Hieraus gingen die Sopwith Schneider und Baby hervor. Bereits 1916 gab es versuche, die Reichweite solcher Flugzeuge zu erhöhen, in dem eine Bristol „Scout“ vom Oberflügel eines Flugbootes ihren Einsatz aus startete. Im August des Folgejahres war es eine Sopwith „Pub“ die zum ersten Mal in der Geschichte eine erfolgreiche Landung auf einem fahrenden Schiff absolviert hatte. Ihre spezielle Ausführung erlaubte das Zusammenlegen der Tragflächen und des Fahrgestells, so dass sie an Bord des Schiffes leichter unter zu bringung war. Diese Version der „Pub“ nannte sich die Beardmore W.B.3. Ihre ersten Erfahrungen mündeten in einer langen Reihe von trägergestützten Jägern, die schließlich zu einem eigenständigen Truppenteil wurden. Noch konzentrierte sich das RANS jedoch hauptsächlich auf die Unterstützung des RFC an der Westfront. Mit seinen eigenen Entwicklungen trug das RNAS zu den erfolgreichsten Jagdflugzeugen der Alliierten bei, wie z.B. die Sopwith „Pub“, Triplane und „Camel“. Von der Camel gab es dann auch die Version 2F.1. mit verkürzter Spannweite und abnehmbarem Rumpfhinterteil. So konnte sie von Schiffen aus starten.
erste Landung auf einem Flugzeugträger

Blutiger April

Als das britische Oberkommando bei Arras in der Hindenburglinie eine schwache Stelle in den deutschen Verteidigungslinien gefunden zu haben schien, wurde eine Offensive Ende April gestartet. Das RFC zog mit 25 Staffeln ihre Hauptkräfte bei Arras zusammen und lies sich vom RNAS unterstützen. In der unmittelbaren Reichweite von Arras lag die in Douai von Manfred von Richthofen angeführte Jasta 11 als eine von 37 Jastas. Mit der Ausrüstung des starken Albatros D.3 war man weit vorangeschritten. Manfred von Richthofen hatte zu jener Zeit sein Jagdflugzeug rot angestrichen. Die Jasta-Mitglieder waren seinem Vorbild gefolgt. Jedes Flugzeug unterschied sich jedoch durch ein Detail. Lothar von Richthofen, der Bruder von Manfred von Richthofen, hatte z.B. gelbe Quer- und Höhenruder. Nur Manfred von Richthofens Maschine blieb komplett in Rot. Von den zusammengezogenen 754 britischen Flugzeugen waren 385 Jagdeinsitzer. Diese standen nur 114 deutsche Jagdflugzeuge gegenüber (insgesamt waren 264 Flugzeuge in diesem Frontabschnitt stationiert). Zwar war der Beginn der Offensive auf den 9. April datiert, doch das RFC bereitete schon fünf Tage vorher den Großangriff vor. Aufgabe war es, die Aufklärung über den deutschen Linien zu betreiben und die feindliche Aufklärung zu verhindern. In diesen wenigen Tagen wurden bereits 75 britische Flugzeuge abgeschossen – der blutige April hatte begonnen!

Bis zum Ende des Monats waren 151 Flugzeuge abgeschossen worden. Dabei kamen 316 Besatzungsmitglieder ums Leben. Obwohl die deutschen Flieger zahlenmäßig deutlich unterlegen waren, büßten sie in der gleichen Zeit nur 70 ihrer Flugzeuge ein. Manfred von Richthofens Jasta 11 holte allein 88 britische Flugzeuge herunter, von denen er selbst mit 21 eigenen Abschüssen beteiligt war. Er erhöhte seine Zahl der Luftsiege damit auf 52. Die Feuerkraft und Leistung der deutschen Flugzeuge war den der britischen Flugzeuge so sehr überlegen, dass es einem Sportfest für die Piloten gleichkam.
Albatros D3
Die überlegenen Jäger wurden durch aggressive Taktiken und dem von Boelcke und Immelmann vorgelebten Teamwork weiter gestärkt. Die beste Angriffsformation bestand damals aus zwei Flugzeugpaaren die sich in einer „V“- oder Rautenformation näherten. Der Verbandsführer dirigierte von der Spitze. Trotz dieser deutschen Gegenwehr leistete das RFC und der RNAS die erforderliche Arbeit. So konnten aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit neben der Aufklärung dennoch Tiefangriffe gegen Infanterieziele geflogen werden. Die Franzosen brachten Mitte April eigene 200 Flugzeuge mit in die Schlacht ein. Ihre langsamen Druckschrauber von Voisin und Farman mochten aber nichts an der Situation ändern. Dem Druck der deutschen konnten nur Asse wie Guynemer, mit einer SPAD 7 ausgerüstet, standhalten. Und wann immer die deutschen Jagdflieger sich einer schlechten Situation wähnten, gingen sie dem Kampf aus dem Weg. Beispielsweise flog ein Verband von Bristol „Fighter“ und Sopwith Triplanes niedrig über Doual, dem Stationierungsort Richthofens Jasta 11. Doch die deutschen Flieger erkannten die Situation und stiegen nicht auf. Der Köder wurde verschmäht. Auf diese Art gelangten die die deutschen Flieger zu Abschusszahl, die vier- bis fünfmal höher als die des RFC lagen. Nun fand ein Umdenken statt. Bisher waren die Fliegerasse als „einsame Wölfe“ auf der Jagd nach Beute gewesen. Die Situation machte es erforderlich in Rudeln zu kämpfen. Die ersten Massen-Kurvenkämpfe erfolgten gegen Ende April. Manfred von Richthofen führte in diese Kämpfe vier Jagdstaffeln. Bei einer der ersten Begegnungen mit Tripianes, S.E 5 und F.B.2b, die als Begleitschutz für die Luftaufklärung unterwegs waren, wurden sechs britische und fünf deutsche Flugzeuge abgeschossen.
S.E.5 der RAF im Flug von schräg unten
Das RFC konnte durch diese Rudelbindung bei eigener Überzahl deutlich besser Aufklärungsarbeit leisten, da die deutschen Flieger gebunden waren. Der blutige April war vorüber. Deutschland befand sich im Zugzwang, nicht zuletzt deshalb, weil die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten. Deutschland musste nun einen schnellen Sieg erzwingen, bevor die Amerikaner als Verstärkung an der Westfront eintreffen konnten. Im Juni wurde deshalb unter Führung von Manfred von Richthofen ein Jagdgeschwader bestehend aus vier Jagdstaffeln gebildet. Dieses Jagdgeschwader wurde an jede Stelle der Front verlegt, wo die Erringung der Luftüberlegenheit gerade erforderlich war. Dieses ständige „Wandern“ des Jagdgeschwaders gepaart mit den bunten Bemalungen der Flugzeuge war es wohl, was bei den Alliierten zur Benennung als „Richthofens Zirkus“ führte. Bei den nun folgenden großen Luftschlachten waren teilweise 100 Flugzeuge gleichzeitig im Kampf miteinander verwickelt. Es war nicht selten, dass eine Partei an einem Tag dabei 30 Flugzeuge auf ein Mal verlor. Jene neue Art des Luftkampfes blieb für den Rest des Krieges das vorherrschende Format für die Jagdflieger.

Veröffentliche Deinen Kommentar...