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geschrieben von Schuller

Der Anfang:

Es war einmal ein kleiner Knirps von ca. 10 Jahren, der mit Wasser im Mund und dieser unwiderstehlichen Leidenschaft, die nur Kinder haben können, in einem Kloppenburg-Laden stand und sich Modelle von Kriegsschiffen anschaute.

Ich wollte sie alle haben und am besten auch zusammenbauen. Nur hatte ich leider nur ganz wenig Geld und so kaufte ich mir schon einmal den dazugehörigen Plastikkleber, damit ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere. Vielleicht wollte ich auch nur einfach was kaufen, wer weiß das schon noch.

Da stand er nun zu Hause und wollte benutzt werden. Ich musste wohl so erbärmlich gejammert haben, dass mir meine Mutter mein erstes Modell mitbrachte. Es war die "Bismarck". Mann, was für ein tolles Schiff, dachte ich mir und war für Stunden nicht mehr zu sehen. Tagelang hatte ich an diesem Schiff gebastelt und war stolz wie Oskar, als es denn endlich fertig war. Bilder habe ich leider nicht, aber ganz ehrlich, die hätte ich auch nie gezeigt. Es war mehr Plastikkleber auf Deck als Aufbauten.

Von meiner unermüdlichen Bastelleidenschaft überrascht - oder einfach nur, weil endlich mal Ruhe im Hause war - bekam ich ein zweites Modell. Es war ein Flugzeugträger. Ich glaube die USS Enterprise.

Nun ging es richtig zur Sache. In den darauffolgenden Jahren habe ich alles zusammengesetzt, was mir irgendwie in die Finger kam. Autos, U-Boote, weitere Kriegsschiffe, Flugzeuge und Eisenbahnen. Alles aber aus Plastik.f-14 Tomcat modelbau fpv flieger

Mit 14 Jahren mussten wir uns dann in der Schule für ein Jahresprojekt entscheiden und über dieses referieren. Meine Leidenschaft fröhnend, machte ich mich auf die Socken und suchte nach einem passendem Projekt.

Und da stand es. In einem Schaufenster in der Innenstadt bei einem Modellbauladen. Es war das Segelschulschiff "Gorch Fock" und das Modell war aus Holz. Alleine die Takelage hat mich umgehauen. Die angegebene Aufbauzeit brachte mich dazu, das Modell und den geschichtlichen Hintergrund als Jahresarbeit anzufertigen.

Danach war es still und um es kurz zu machen, ich habe 15 Jahre gebraucht, um mich davon wieder anstecken zu lassen. Aus einer Bierlaune heraus mt meinen Freunden Jack und BJ kamen wir auf das Thema. Eigentlich nur deshalb, weil Jack und ich uns kringelig lachten, wie BJ in seinem Garten stand und sich vor Freude wegschmiss, weil sein elektrisches Helikoptermodell 1 Meter über dem Boden schwebte.

Das Projekt:

Nicht lange fackelnd, fingen wir an uns über Fluggeräte aller Art zu informieren und zu schauen, mit was man denn so "spielen" könnte. Nebenbei bemerkte ich dann, dass man bei den Flugzeugen eine ganze Menge basteln konnte und so fiel mir die Wahl nicht schwer. Ein Flugzeug musste her und am besten eins, was nicht nur einfach in der Ecke vor sich hinvegetiert und Staub ansetzt, sondern ein richtiges kleines Elektroflugzeug, was ich steuern kann.

Was soll ich sagen, in den dann kommenden Wochen glühten die Telefone heiß und wir tauschten uns über unser neues Hobby aus. Was man alles neu lernen musste, bis man sich überhaupt für ein Modell entscheiden konnte, war enorm.

Nach einigen Bierchen mehr wurde uns dann schnell bewusst, dass wir als blutige Anfänger diese Flugzeuge aus Balsaholz oder GFK vergessen konnten und uns stattdessen dem leicht zu reparierenden Schaumstofffliegern widmen sollten. Ein Hersteller wurde schnell ergoogelt und so konnte sich jeder einen Flieger bestellen und diesen nach Herzenslust aufbauen.

Ich habe mich für die Fokker D VII von FreeAir entschieden. Das Flugzeug sieht toll aus und der geschichtliche Hintergrund gefiel mir. Mit dem Zusammenbau habe ich mir dann aber Zeit gelassen und musste mit ansehen, wie meine beiden "Konkurrenten" ihren Flieger schon in die Luft abheben ließen, als bei meinem noch nicht einmal der Anbau des Propeller in Sichtweite lag.

Meinen Baubericht könnt ihr übrigens hier einsehen.

Als meine Fokker D VII fertig war, musste ich nun das elektrische Zubehör in meinen Flieger bekommen. Das ist leichter gesagt als getan, da ich auf diesem Sektor nun so überhaupt keine Ahnung hatte. Hier kam nun Jack ins Spiel. Dieser hatte ja nun reichlich Erfahrung gesammelt und seinen Flieger auch schon ordentlich durch die Lüfte fliegen lassen, daher wusste ich, dass er mir da sicherlich weiterhelfen würde.

Einen ganzen Abend hatte ich nun unter kundlicher Anleitung damit zu tun, meinem Regler und dem Motor die Kontakte anzulöten. Des Weiteren musste ich alles im Rumpf unterbringen und den Propeller richtig montieren. Ich kann euch sagen ein spannender Abend, der mir wieder einmal zeigte, was für ein tolles Hobby ich mir da doch ausgesucht hatte.

Das tollste was an diesem Abend aber passierte war, dass mir Jack seinen Flieger die Free Bee überließ und ich diese auf dem angrenzenden Feld fliegen durfte. Zwei tolle Landungen und ne Menge Rundflüge, brachten mich zum Quitschen und Lachen. Ein Wahnsinnserlebnis. Ein Video dazu, darf natürlich nicht fehlen und kann sich hier angesehen werden.

Der absolute Witz war, dass ich bis dato nur am Simulaor flog. Und das noch nicht einmal so lange. Aber nun zurück zu meiner Fokker D VII. Spät in der Nacht waren wir beide fertig geworden. Die Höhen-, Seiten- und Querruder arbeiteten ordnungsgemäß und der erste von meinem Propeller erzielte Luftstrom traf mein Gesicht. Der Hammer.

Im Anschluß ließ ich meine Fokker D VII noch aus eigener Kraft über meine Diele im Wohnzimmer schlittern und wollte damit eigentlich nicht aufhören. Die Müdigkeit zwang mich dann aber dazu den doch sehr spannenden Tag abzuschließen und ins Bett zu wandern. Jetzt bleibt also nur noch, dass ich meine Fokker D VII in die Luft bringe. Dazu in den kommenden Tagen mehr. Ein Video von meinem "richtigen" ersten Flug mit meiner Fokker D VII wird kommen, so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Update 16.05.2010:

Es ist ne Menge passiert seit meinem Bau. Den ersten Flug habe ich von einem Freund vornehmen lassen. Das Video dazu gibt es hier. Sein erster Eindruck war eine glatte "Eins" für mich und meiner Fokker D VII natürlich. Sie lag gut in der Luft, der Schwerpunkt stimmte und die Servos arbeiteten.

Dann kam mein Flug nach dem Winter...... Mhmmmm. Ich war mehrmals losgefahren und konnte es dann nicht mehr abwarten. Ich bin gestartet als zuviel Wind war und Jack nicht mit seiner Kamera da war. Dazu kam, dass ich völlig vergessen hatte, den Akku richtig zu befestigen, so dass dieser bei dem Wind (Windstärke 6) nach hinten rutschte und meine Fokker dazu bewegte, immer die Nase oben zu haben, so dass die Flügel dauernd Druck bekamen und die Motorleistung nicht ausreichte, damit ich zurückkam. So jedenfalls kann ich mir das Dilemma vorstellen und erklären.

Es kam was kommen musste und so segelte meine geliebte Fokker in einen Acker 300 Meter weg von mir. Leider hatte der dortige Bauer gerade Gülle ausgefahren.

Aber ich musste feststellen, sehr zu meiner Verwunderung und Überraschung, dass meine Fokker lediglich das Fahrwerk verloren hatte. Bilder die ich mit meinem Handy aufgenommen hatte, stelle ich hier noch ein.

Fazit: Nächstesmal bei wesentlich weniger Wind mit einer besseren Vorbereitung.

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