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graupner cumulus baubericht

Graupner Cumulus 97

Jochen hat mal wieder zugeschlagen und ein neues Modell auf den Weg/in die Luft gebracht. Den Baubericht gibt es hier...

Hallo,

Es ist wieder mal Zeit für ein paar Zeilen. Da ich schon des Längeren auf der Suche nach einem besonderen Modell war, jetzt auch eins gefunden habe, möchte ich von diesem Modell berichten. Dieses Modell gibt es nicht mehr im Handel. Der Name ist eng mit Graupner verbunden, bei denen gab es mehrere Versionen dieses Modells. Die erste Version hatte, so glaube ich, noch im Erscheinungsjahr die 7 als Jahrzehntbezeichnung, also die 70er. Mein Modell kam im Jahre 97 auf den Markt, in 2000 kam die nächste Version und heute gibt es wieder eine Version, die sich XXL nennt.

Wovon die Rede ist? Der Graupner Cumulus. In meinem Fall der Cumulus 97. Ich hatte das Glück einen kompletten fast neuen unverbastelteten Baukasten zu ergattern und das für kleines Geld. Flugfertig hat dieses Modell noch nicht mal 150€ gekostet. Nun sage mal einer Modellflug sei ein teures Hobby. Spass beiseite, ein billiges Vergnügen ist es nun wirklich nicht. Man muss halt schauen, wo man kauft.

Das Modell ist ein 185cm spannender Thermik-Segler. Er wird nur über Höhe/Seite und Motor gesteuert. Er lässt sich als Segler und auch E-Segler aufbauen, Sogar beides zusammen ist möglich, dank der genialen Abziehschnauze.

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Der Kasten war noch nicht angerührt, das Modell ist, sagen wir mal, halb-ARF. Denn es gibt doch noch einige knifflige Hürden zu überwinden. Da ich ihn eigentlich nur als E-Segler verwenden will, lassen wir die Segler-Version mal links liegen. Als erstes widmen wir uns der Anpassung der Motornase an den Rumpf. Mit dem Dremel und einem Schleifkopf wird die Nase solange von innen bearbeitet, bis sie ohne klemmen sich satt auf den Rump schieben lässt. Danach wird an ausgemessener Stelle ein 5mm Loch durch beide Teile gebohrt. Hier kommt später der Druckknopf der Verriegelung heraus. Diese gestaltet sich so: ein Streifen Epoxi, Kohle oder Sperrholz wird mit einem Ende auf die Innseite des Rumpfes geklebt. Auf der anderen Seite des Streifen sitzt eine kurze M3 Inbusschraube, deren Kopf durch das 5mm Loch schaut. Wird die Nase aufgeschoben, verriegelt der Schraubenkopf. Zum Entriegeln Knopf (Schraube) reindrücken.

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Widmen wir uns dem Motor- und Regler-Einbau. Ursprünglich war der Flieger für einen Speed 400 mit Getriebe und 1100mAh NimH oder NiCd Zellen vorgesehen. Beim Aufbau wird analog der Bauanleitung verfahren. So fand ich es am einfachsten und mann muss keine Klimmzüge machen. Da ich aber Brushless/Lipo-Technik einsetzen wollte, waren natürlich kleine Abweichungen nötig. Da mein verwendeter Regler etwas zu groß für die Nase ist, habe ich ihn kurzerhand dahingesetzt, wo die Anleitung auch den Bürstenregler vorsieht. Allerdings, wenn der Regler da mal heraus muss, da hätte ich dann gerne mal ein Problem. Helfen wird dann bei den eingeharzten Steckverbindungen die sogenannte Lötkolbenmethode. Man erwärmt die Stecker mit dem Lötkolben, dabei wird das Harz weich und man kann die Stecker vorsichtig mit einer Zange herausziehen. Nun sind es statt der 2 einzuklebenden Steckverbindungen deren 3, da wir zwar ein "altes-neues" Modell fliegen, aber mit aktueller Technik ausstatten. Der Aufwand ist nicht viel größer. Das Einbauen der Steckverbindung Rumpf mit Abziehnase ist nicht so schwierig, wie es sich am Anfang darstellt. Der Regler ist ja schon wie im Bild gezeigt eingeharzt. Der Motor ist mit Steckern versehen. Diese werden in die kleine gebogene Holzbrücke eingeharzt.

Dann stülpt man über den Rumpf ein Stück Haushaltsfolie, der Motor, an dessen Kabel jetzt die Holzbrücke hängt wird durch die Folie in die Buchsen gesteckt. Anschließend wird die Abziehschnauze aufgeschoben. Da der Motorspant ja noch nicht verklebt ist, kommen wir jetzt wunderbar von vorne innen an die kleine Holzbrücke ran und können sie schön stabil verkleben. Durch die zwischengelegte Folie laufen wir auch nicht Gefahr, dass die Abziehschnauze mit dem Rumpf verklebt. Nachteil dieser ganze Konstruktion ist, dass, im Falle eines Motorwechsel oder Reglerdefektes, der Lötkolben und der Dremel in Aktion treten müssen, um den Antriebstrang heraus zu bekommen.

Anschließend wird der Motorspant eingeharzt. Vorher wird der Motor nochmals vom Spant gelöst. Nach dem Durchhärten des Harzes kann der Motor wieder angeschraubt werden. Zum Schluss habe ich dann den Klappropeller montiert. Zum Einsatz kommt hier ein Mittelstück mit Turbo-Spinner vom System Reisenauer. Ein geniales System: Mitnehmer und Mittelstück sind ein einziges Teil. Da wird einfach der Kunststoffspinner draufgeschraubt und dann die ganze Mimik auf der Motorwelle fesgeklemmt. Ich habe noch vorhandene 10x4 Aeronatblätter montiert.

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Ursprünglich war der Cumulus für NiCd Zellen der AA Größe, bzw 2/3 AA vorgesehen, die im Schwerpunkbereich befestigt wurden. Da wir heute aber LiPo´s verwenden, die natürlich wesentlich leichter sind, muss alles Gewicht soweit nach vorne wie möglich. Dafür fertigen wir uns nun ein Brettchen direkt über dem Regler, oder unter? Seht selber auf den Bildern. Das Brettchen wird so kurz wie möglich gehalten und wird recht knapp über dem Regler eingeharzt. Damit der verwendete Akku recht sicher sitzt, kommt zum einen Klett auf dem Brettchen, zum anderen eine Klettschlaufe um den Akku zum Einsatz. Ich verwende hier vorhandene 2200mAh 3S LiPo´s. Kleiner geht auch, braucht aber dann noch mehr Blei in der Nase. Die von mir verbaute Akku-Konfiguration ist größenmäßig schon das Maximum, es geht recht eng zu. Probehalber befestigen wir den Akku einmal und stecken das
Näschen mal auf. Feine Sache, dieses System.

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Im nächsten Bauabschnitt nehmen wir uns die Flächen und deren Befestigung vor. Die Flächen sind bis auf noch einzubringende Befestigungsbohrungen vollkommen fertig. Da wir es ja mit einem reinen 2-Achser zu tun haben, brauchen wir auch keine Querruderkabel einzuziehen.

Ich vertrete die Philosophie, was angeklebt ist, kann nicht verloren werden. Die Fläche wird zusammengesteckt mittels Flächenstahl und Verdrehsicherung. Für beides sind in den Flächenhälften schon Aluhülsen eingeharzt. Die Verdrehsicherung besteht bei mir aus einem Stückchen 3mm Buchenrundholz. Mit einem winzigen Tröpfchen Seku fixiere ich die Verdrehsicherung in einer Flächenhälfte. Genauso verfahre ich mit der Flächensteckung, nur das ich hier 5-Min Epoxy nehme und das an den ersten 2cm des Steckungsstahl anbringe. Anschließend wird der Stahl eingeschoben. Aufpassen, dass kein Epoxy rausquillt und die Flächenhälfte zusammengeschoben, mit Tesa ein paar Minuten fixieren und wieder
trennen.

Nach Plan zeichnen wir nun die hinteren Befestigungsbohrungen und die vorderen Löcher für die Flächendübel an. Gaaaaanz vorsichtig bohren, damit nichts ausreißt. Wir bohren schließlich im weichen Balsa! Nun Fläche zusammenstecken, auf den Rumpf auflegen und die Dübelbohrungen vorne übertragen. Bohren, aber kleineren Durchmesser als die Dübel
nehmen. Vorsichtig die Löcher auffeilen, damit man so stramm wie möglich die Fläche auf die Auflage bekommt. Das muss auf Anhieb klappen, sonst verändert man die vorgegebene EWD.

Zum Schluss noch die hinteren Befestigungslöcher im Rumpf bohren und anschließend noch Einschlagmutter einharzen. Bei diesem Bauabschnitt kann man sich eigentlich komplett an die Anleitung halten.

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So, da wir den Antrieb komplett haben, die Flächen drauf sind, wenden wir uns Empfänger und Servos zu. Dazu belassen wir den Akku im Rumpf, messen aus wie weit wir mit unseren Servos für Seite/Höhe noch nach vorne können. Grund ist, der Akku wird beim Einsetzen gekippt, dadurch können wir die Servos nicht direkt hinter den Akku befestigen. Mittels der Fernsteuerung werden die Servos auf Neutral gebracht, zwei gleichlange/kurze Servohörner aufgeschraubt. Die Servos im Befestigungsrahmen verschraubt und an angezeichneter Stelle eingeharzt.

Es fehlt jetzt noch der hintere Rumpfspant der gleichzeitig die Bowdenzüge für das V-Leitwerk stützt. Die 2mm Röhrchen werden abgelängt und nach Bauplan im hinteren Rumpfspant und beim Austritt am Rumpfende verklebt. Hierfür am besten Stabilit verwenden, dies enthält etwas Lösungsmittel, wodurch sich die Rohre sicherer verkleben lassen. Entweder man hält sich an die Bauanleitung oder macht es wie ich, dass man in der Mitte des Heckauslegers die Bowdenzugrohre noch abstützt. Die Bauanleitung sieht den Einschub eines Schaumstoffklötzchens vor. Ich habe Kleber dorthin gefummelt. In meinem Fall habe ich mit Gewindehülsen für 1mm Draht geholt und diese mit dem 0,8mm Bowdenzügen verlötet. Gabelköpfe aufgedreht und in die Servos eingeklipst.

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Letztere grössere Operation ist das V-Leitwerk. Der Bauplan sieht neben einer festen Lösung, auch eine abnehmbare vor. Wer mit dem Modell auf Reisen geht, sollte das Leitwerk abnehmbar gestalten. Trotzdem bleibt das "V" in einem Stück. Ich habe mir nicht den Luxus der Abnehmbarkeit gegönnt. Erstens ist es ein ungewöhnliches Gefummel eine Einschlagmutter in die Mitte der Auflage hinzubekommen und auch noch einzuharzen. Damit das Leitwerk sich nicht zur Rumpflängsachse verdrehen kann, soll man Schmirgelpapier auf die Auflage kleben. Halte ich persönlich für eine schwachsinnige Idee. Entweder zwei Schrauben oder eine Schraube mit Fixierstift.

So, als erstes werden in die beiden Ruderflächen die Löcher für die Ruderhörner gebohrt und mit Epoxy eingeklebt. Dabei schön winklig ausrichten. Anschließend werden die beiden Flossen im 110Grad Winkel verklebt. Nach dem Trocknen wird die Tragfläche montiert. Mit Klebeband wird das Leitwerk auf dem Rumpf fixiert. Nun wird der winklige und parallele Sitz angezeichnet. Das geschieht mit Bindfaden der von der Flächenspitz zum Leitwerk gespannt wird. Ebenso soll das Leitwerk nicht verdreht zur Fläche sitzen, hier dann ggf. die Leitwerksauflage nachschleifen. Mit Epoxy wird das "V" dann aufgeklebt. Als letzes habe ich die Bowdenzugdrähte mit der Spitzzange im 90Grad Winkel gebogen und in die Ruderhörner eingehängt. Durch die Länge des gebogenen Teiles und Verklebung in der Rumpföffnung muss man ein wenig Druck anwenden um die Drähte in das Horn zu
bekommen. Dafür können die Drähte auch nicht alleine herausrutschen.

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Als letzte Arbeiten stehen jetzt noch die Programmierung des Senders und des Reglers an. Aber wir dürfen auch das Auswiegen nicht vergessen, sonst wars das mit dem Modell. Je nach Sender geht das mehr oder weniger flott. ei meiner MX16 war das in 10Min erledigt. Ausschläge habe ich die in der Anleitung gebotenen verwendet. Hierbei ist zu beachten, wir haben ein V-Leitwerk. Dieses wird bei Höhe und Seite senderseitig elektronisch gemischt. Wenn wir jetzt verringerten Tiefenruderausschlag haben wollen, so funktioniert das nicht, weil wir dadurch auch den Seitenruderausschlag verringern. Also mischen wir erstmal ein gute Portion Expo auf Höhe und Seite. Wer will, kann auch noch Dual-Rate proggen. Ist aber meines Erachtens nicht nötig.

Jetzt noch auswiegen, vorgebenen Schwerpunkt anzeichnen und ab auf die Schwerpunktwaage. Bei mir waren dann noch 30g Blei in der Nase fällig. Mit Epoxy ein Stück Dachblei eingeklebt und fertig.

Der Erstflug verlief wie immer mit zittrigen Knien. Ich hatte lange kein Modell mehr nur mit Seite/Höhe geflogen. Aber alle Sorge war unbegründet, Im 45Grad Winkel zogen die 800g Gesamtgewicht nach oben. Ein wenig ausgleichen mit Seite, ein wenig drücken, damit er nicht zu steil aufwärts geht, das wars schon. Nach dem Übergang in den Segelflug, noch ein paar Klicks Tiefe und nach rechts, fertig. Die erste Kurve, einleiten, mit Höhe stützen, hoppla, der nimmt ja gleich alles mit. Festzustellen bleibt, Expo auf Seite verringern, auf Höhe lassen, da isser sehr sensibel. Er nimmt merklich jeden Aufwind mit. Durch die doppelte V-Form der Fläche, lässt er sich wunderbar flach in der Thermik kreisen. Mit dem Wind kann er aber auch ordentlich Tempo machen. Mein Rekord steht bis jetzt auf insgesamt knappe 4Minuten Motorlaufzeit und mehr als 45Minuten oben bleiben.

Durch die transparente Flächenbespannung bietet er auch ein optisch sehr ansprechendes Flugbild. Ich möchte das Modell nicht mehr missen, Querruder habe ich auch nicht vermisst. Wo soviel Licht, einen kleinen Schatten gibts aber doch. Die Landeeinteilung, da sind keine Querruder zum Bremsen da, also langen Landeanflug einkalkulieren, er braucht lange um sich aus dem Bodeneffekt hinsetzen zu lassen. Jeden kleinen Versuch ihn mit Höhe auszuhungern, quittiert er mit kleinen Höhengewinnen.

Es gibt leider nur sehr wenige Modell dieser Art und auch zu solch günstigen Preisen. Schade!

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Bis demnächst, Grüße Jochen

Einen weiteren Baubericht von Jochen gibt es hier, zur Zlin von LM-Model...

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