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fw56 baubericht stösser

FW 56 Stösser

Jochen war auf Schnäppchenjagd. Wir freuen uns über den Erfolg, eine Anleitung zur Focke Wulf FW 56 Stösser...

Eine Anleitung oder ein Baubericht zu einem rc-Modellflugzeug von Focke Wulf findet man sonst eher zu bekannteren Flugzeugen, wie der FW 190. Umso schöner, auch mal ein weniger verbreitetes Modell von Focke Wulf zu sehen, hier der FW 56 "Stösser". Allerbesten Dank Jochen, für diese Anleitung.

Hallo,

nun ein paar Zeilen zum Bau der FW 56 "Stösser". Wer der Hersteller ist, kann ich leider nicht sagen, da ich das bei Ebay für wirklich schmales Geld ersteigert habe. Geliefert wurde die FW 56 nicht im Originalkarton. Die meisten Modellflieger dürften die Modelle von Alfa , FSK kennen. Die FW56 ist ähnlich aufgebaut. Nur mit dem Unterschied, dass das tiefgezogene, komprimierte Depron keine Folienbeschichtung erhalten hat. Statt dessen ist die Oberfläche aller Bauteile silbern lackiert.  

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Am Modell wurden vom Vorbesitzer schon die Flächenhälften und das Höhenleitwerk fertiggestellt. Leider musste ich diese Teile nochmal zerlegen, da zum einen das Höhenleitwerk schief aufgeklebt war und die Fläche versetzt verklebt war.
 
Die Leitwerksauflage der FW 56 wurde begradigt und vom Kleber und Farbe befreit und  die Fläche ebenso. Anschließend wieder aufgeklebt. Diese Verklebungen und alle weiteren werden mit Epoxy gemacht. Aus Gewichtsgründen sollte so sparsam wie möglich damit umgegangen werden. Die Übergänge zum Rumpf und kleinere Löcher habe ich mit leicht verdünnten Molto-Spachtel eingeebnet. Nach dem Trocknen werden die Spachtelstellen leicht beigeschliffen.

Zwischen den Ruderflossen war noch ein Füllstück, das beim Abtrennen des kompletten Höhenruders beschädigt wurde. Aus einem 6mm Stück wurde Ersatz geschnitten und auf die FW56 aufgeklebt und wird anschließend silbern lackiert. Aber Achtung! Nur lösungsmittelfreie Lacke sind zu verwenden. Das Tamiya-Silber-Aluminium hat fast exakt den gleichen Farbton wie der des Modells. Selbst bei kleinen Unterschieden im Farbton wäre das zu verschmerzen, da bei einem Flugzeug nicht alle naturmetallenen Beplankungen farbtongleich sind.

Aus den beiliegenden 2mm Rundholzsräbchen fertigen wir jetzt die Stützstreben des Höhenleitwerks. Schön exakt auf gleicher Höhe und Abstand ausrichten, leicht ins Depron pieksen und mit einem winzigen Tropfen Epoxy festsetzen.

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Das Pendelseitenruder wird zu diesemZeitpunkt noch nicht eingeklebt, da wir für die folgenden Bauabschnitte den Rumpf öfters auf den Rücken legen. Da stört das Seitenruder nur.
Der Vorbesitzer hatte das Fahrwerk mit seinen Verstärkungsplatten schon eingeklebt, dabei aber auch wohl mit zwei linken Händen gearbeitet. Der Fahrwerksbügel sitzt schief im Rumpf, ebenso die Verstärkungsplatten. Da alles mit Epoxy eingeklebt wurde, besteht keine Chance diesen Fehler zu korrigieren. Der entstehende Schaden würde den Rumpf an dieser Stelle zu sehr beschädigen. Später wird hier noch mit PU-Leim dem gesamten Fahrwerk etwas mehr Halt im Rumpf der FW 56 Stösser gegeben.

Machen wir weiter in unserem Baubericht mit dem Servobrett. Anleitungsmäßig sind zwei Balsaleisten zur Servobefestigung vorgesehen, sowie ein 1mm Draht zur Ruderbetätigung. Ich bin kein Freund, auch nicht bei einem Slowflyer, von freischwingenden Stahldrähten als Ruderanlenkung. Daher habe ich aus 3mm Pappelsperrholz ein großzügig ausgespartes Servobrett für zwei 5g Servos gesägt. Als Anlenkung kommen wieder 2mm ABS-Röhrchenund 0,8mm Stahldraht zur Anwendung. Am Servobrett wird aus  3mm Balsa ein Brettchen zur Röhrchenabstützung aufgeklebt. Die Servos werden genullt und ins Brettchengeschraubt. Da Servobrett wird nun eingeklebt. Anschließend werden entsprechende ABS-Röhrchen abgelängt, ebenso die Stahldrähte. Im Rumpf sind Durchführungen schon eingebracht.  Die Anlenkungsdrähte werden auf Maß gebracht und eingeschoben, bzw eingehängt. Wie oben schon erwähnt kommt das Seitenruder später dran. Im Vorderrumpf habe ich zwei 6mm Depronstreifen eingeklebt, die süäter den Akku fixieren sollen, ausgelegt für einen schon vorhandenen 2S Lipo mit 1000mAh. Daneben werden dann später Regler und Empfänger plaziert. Alles an Gewicht muss so weit wie möglich nach vorne, da wir ja moderne Antriebstechnik einsetzen, die wesentlich weniger Gewicht hat, wie die ursprünglich vorgesehen Technik.

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Um für die nächsten Arbeitsschritte vorbereitet zu sein, habe ich jetzt erstmal die Flächenhälften der FW56 wieder zusammengefügt. Dazu habe ich mir aus einem Styro-Klötzchen eine Stütze geschnitten, die unter den Randbogen gelegt wird, damit die Fläche in der richtigen V-Form liegt. Unter die Klebestelle legt man ein Stückchen Haushaltsfolie, damit nix auf´m Tisch festklebt. Beim Ausrichten der Fläche hatte ich dann gesehen, das die Stoßflächen unterschiedlich dick waren. Ich habe es erst einmal so hingenommen und die Fläche von der Oberseite mit zwei kleinen Stückchen Tesa fixiert. Anschließende die Stoßflächen mit Epoxy eingestrichen und zusammengefügt. Anschließend auf die Folie gelegt und mit kleinen Gewichten und meiner Styro-Stütze fixiert. Nach dem Trocknen wird von der Unterseite her die dickere Fläche etwas beigeschliffen. Anschließen mit Harz und einem Streifen 25g Glasmatte die Stoßfläche verstärkt. Von oben wird ein Streifen Bespannpapier mit Parkettlack aufgebracht, um die Klebenaht zu kaschieren.

Auf der Oberseite der Fläche sind kleine Markierungen eingeprägt. Diese ergeben die Positonen der Flächenträger und -stützen. Die mittleren vier werden mit einer Spitze durchstochen und mit einer Rundfeile auf 3mm geweitet. Beim Modell ist eine Hilfskonstruktion dabei, um die Fläche mit Abstand und der richtigen Winkeldifferenz auf dem Rumpf befestigen zu können. Ihr hört schon, da gibt es keine abnehmbare Fläche. Diese besagt Hilfskonstruktion wird auf dem Rumpf fixiert. In die vier mittleren Löcher werden 3mm Rundhölzer gesteckt, die in die Löcher im Rumpf durchgeschoben werden. In der Fläche werden sie jetzt mit kleinen Tröpfchen Epoxy verklebt.  Im Rumpf werden ebenfalls an den Markierungen 3mm Löcher eingebracht. Aus irgendwelchen Styroresten fertigen wir uns zwei gleich lange Hilfsstützen für die Flächenenden. Am besten macht man jetzt erstmal eine Passprobe der gesamten Fläche auf dem Rumpf. Ist alles in Ordnung, kommen ein paar Tropfen Epoxy an die 4 Stützen und wir stecken die Fläche auf den Rumpf. Darauf achten, dass die Fläche genau auf der Hilfskonstruktion aufliegt, damit der Einstellwinkel stimmt. Nun schnell die Stützen unter die Flächenenden, damit die V-Form nicht verändert wird. Jetzt nochmal schnell von oben schauen, ob die Fläche winklig auf dem Rumpf sitzt, ebenso von vorne schauen ob sie parallel zu Höhenleitwerk sitzt. Nötigenfalls solange mit Gegenständen fixieren, bis der Kleber ausgehärtet ist.

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Nächster Bauabschnitt sind die äußeren Flächenstreben. Begonnen wird mit den rechteckigen vorderen Streben. Zuerst wird die Rumpföffnung an markierter Stelle eingebracht, schön schräg feilen in der Flucht der Strebe. Die Markierung auf der Flächenoberseite wird durchgestochen und auf 3mm erweitert. Das andere Ende der Strebe wird entsprechend dem Auflagewinkel der Fläche schräg geschliffen. Strebe in den Rumpf stecken und die Länge anpassen. Am oberen Ende der Strebe wird jeweils ein Stückchen Rundholz eingeklebt, das in die Fächenbohrung greift. Die Streben können jetzt eingeklebt werden. Durch das Gewicht der Flächen hat sich ja die V-Form etwas verringert. Das gleichen wir jetzt mit leichtem Druck noch oben durch die eingeklebten Streben wieder aus.

Mit den hinteren runden Streben verfahren wir genauso, nur das die Befestigung an der Fläche etwas anders ist. Mit dem Skalpell schlitzen wir an der betreffenden Stelle das Depron etwas ein. Dann drücken wir mit der schräg angeschliffenen Strebe eine Öffnung hinein, in der die Strebe dan verklebt wird. Nun werden noch an den Rumpfstützen die Querstreben eingepasst und verklebt. Ist nun alles geheftet, beginnen wir mit der großen Klebeorgie. Jede Verbindung Strebe-Rumpf-Fläche wird innen und außen ordentlich mit Epoxy vermufft. Dabei ist es von Vorteil etwas Baumwollflocken in das Epoxy einzumischen. Erhöht die Festigkeit und verhindert weitesgehend das Ablaufen des Harzes.

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Die Fläche ist jetzt ordendlich fest und stabil. Deshalb kann man jetzt das Modell schön auf den Rücken legen, aber trotzdem lege ich ein Styroklötzchen in die Flächenmitte zur Unterstützung. Jetzt reparieren wir erst mal das vom Vorbesitzer schief eingeklebte Fahrwerk. Mit dem kleinen Gasbrenner wird das zu weit herausstehende Fahrwerksbein am Knick für die Radaufnahme warm und biegen es gerade. Anschließend peilen wir am gegenüberliegenden Bein den Knick und übertragen das Maß an das geradegebogeneBein. Jetzt wieder warm machen und neu biegen. Anschließend kommt der Vogel auf die Füße und siehe da, er steht wieder gerade. Das Stückchen überstehender Draht wird abgeflext.

Nun können die Fahrwerksverkleidungen angebracht werden. Auf der Hinterseite ist eine Linie eingeprägt, die vertiefen wir damit der Fahrwrksdraht vollständig darin verschwindet. Mit einer Klammer wird die Verkleidung jetzt fixiert und oben und unten mit einem Tropfen Epoxy gesichert. Anschließend kommt ein Streifen selbstklebendes Tape drüber, was zum Schluss noch farblich angepasst wird.

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Nun ist der Motor an der Reihe. Das Modell ist ja aus der Zeit der Bürsten-Motore mit Getriebe. Ich habe aber noch einen 25g Brushless Mystery 2730-1700 hier liegen und zusammen mit einem 2S  1000mAh Lipo soll er mittels einer GWS-HD 7x3,5 Luftschraube für Vortrieb sorgen. Der Einbau des Motors ist etwas knifflig, weil da einige Anpassarbeiten zu leisten sind. Als erstes habe ich erstmal Motor, Halter und ein Holzplättchen zusammengesteckt und den Abstand zur Motorhaube ausgelotet. Die sich drehende Glocke des Motors sitzt nun ganz knapp hinter der Haube. Das im Bild gezeigte Sperrholzplättchen wird von hinten auf den schon eingeklebten Spant geklebt. Vorher aber den Klemmhalter mit drei kurzen Schräubchen befestigen, denn später kommt man nicht mehr heran. Das andere Bild zeigt wie es aussieht. Die Aussparung in dem Plättchen ist für die Motoranschlusskabel vorgesehen. Nun kann der Motor eingeschoben und ausgerichtet werden. Die Halterung erlaubt ja etwas Längenausgleich. Die beiden Balsaklötzchen rechts und links des Motors sind für die Befestigung der Haube vorgesehen. Die originalen Befestigungen musste ich abschneiden, gepasst haben sie sowieso nicht richtig.

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Nächste Baustelle, Räder und Cockpit. Die Räder sind schon aus zwei Plastikschalen zusammengeklebt. Auch wenn sie hart laufen und rappeln, ich verwende sie erst einmal. Wenn´s nicht funzt kann man immer noch auf Schaumstoffräder umrüsten. Die Räder habe ich in der Mitte aufgebohrt und ein Stückchen Plastikrohr als Wellenlager eingeklebt. Aus einem kleinen aufgeklebten Stückchen Rohr habe ich die Sicherung der Räder gemacht.

Die tiefgezogene Windschutzscheibe wird vorsichtig ausgeschnitten und auf das geformte Depronteil gehalten. Ich habe mit einem Folienschreiber den Umriss übertragen. Mit dem Skalpell habe ich jetzt das Formteil ca. 1mm tief eingeschnitten und die Scheibe dort vorsichtig hineingedrückt. Mit Styrosekundenkleber wird die Scheibe festgeklebt. Auf dem Rumpf wird sie mit vier kleinen Uhu-Por Punkten befestigt, so dass man sie wieder lösen kann, wenn man an die Servos heran muss.

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Motorhaube, Propeller und Spinner ist die Klippe, die umschifft werden muss. Der Spinner liegt als Tiefziehteil dabei. Zuerst werden die Teile vorsichtig an den Markierungen ausgeschnitten und auf einer Platte mit feinem Schleifleinen plan geschliffen. In der Haube schneidet man noch die Aussparungen für die Propellerblätter aus. Die Spinnergrundplatte erhält eine Bohrung im Durchmesser der Mitnehmerwelle. Und jetzt kommts, ich hab vergessen ein Foro zu machen. Der Propell wird mit einem Propsaver befestigt. In die Spinnergrundplatte wurden neben der Bohrung im Durchmesser des Propsavers noch zwei seitliche Schlitze zur Durchführung des Propellergummis gemacht. Reihenfolge des Zusammenbaus: Spinnergrundplatte auf Propsaver stecken, Prop aufstecken, einseitig Gummi durchziehen, über den Prop spannen und auf der anderen Seite durch den Schlitz auf die zweite Klemmschraube haken. Jetzt die ganze Mimik auf Motorwelle festklemmen. Anschließend die Haube mit Uhu-Por oder Silikon festkleben. Warum diese beiden Kleber: Sie lassen sich lösen ohne Beschädigung in Kauf nehmen zu müssen. Anschließend wird der Prop und der Spinner mit silberner Farbe nachlackiert.

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Zum Schluss werden noch die Auspuffstutzen des 8-Zylinders mit Schwarz- und Rosttönen eingefärbt und angeklebt. Die Haube mit einem kleinen Magnet befestigt und Regler und Empfänger eingesetzt. Anschließend wird noch eimal alles kontrolliert und egler und Ruderausschläge programmiert.

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Dann könnte bei passendem Wetter der Maiden erfolgen. Hierzu sollte es aber nahezu windstill sein.

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Grüße Jochen

PS: Wie immer, Kommentare ausdrücklich erwünscht!

Ein weiterer Bericht zu einem Flieger von Focke Wulf findet sich hier.

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