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Ein NURI!

Was ist ein "Nuri"? Es ist ein Flugzeug und was für eines, eben ein "Nuri"! Jochen mit einer Anleitung zum Nuri "Feigling"...

 

Warum einen Nurflügel? Einfach aus dem Grunde, Nurflügler sind recht gutmütig, meistens aus EPP, es geht aber auch Holz/Folie. Die Größen schwanken zwischen 50cm Spannweite und weit aus größer, selbst 4m sind nichts ungewöhnliches. Nuris sind wendig, quirlig, aber auch schön zu segeln und super geignet zum Turnen. Sie machen einfach vieles mit, sogar Combat-Fliegen. Die Rede ist jetzt von den Verpackungsmüll-Fliegern......

 

Als kleinen Eindruck von einem Nurflügler dieses Video:

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Der Grund, warum ich mir einen Nuri gekauft habe, ist derjenige, ich möchte ein wenig das Hangfliegen erlernen und das gleich in der Schweiz.....
Jetzt wird wohl der eine oder andere sagen, der ist ja größenwahnsinnig.
Nee, ganz und gar nicht, das komplette RC-Equipment liegt zu Hause, das ist Empfänger, Regler, Motor, Servos, Akku, Klapp-Propeller mit Spinner und Mitnehmer.
Lediglich der Nuri und ein paar Kohleprofile wurden angeschafft. Es wird aber ein Leichtwind-Nuri sein, der vielleicht auch ein wenig Thermik-tauglich ist. Deswegen auch die Motorisierung. außerdem muss er nicht Sturm-tauglich sein.


Der Markt ist ja relativ voll von Anbietern in dem Segment Nurflügler, da sind zum einen die großen Hersteller, die so etwas im Programm haben, zum anderen sind diverse Kleinserienhersteller, sowie Hersteller von Nuris aus dem tschischen Raum am Markt.
Preislich geht es so bei 20€ für kleinere EPP-Nuri´s los. Ich habe mir jetzt bei www.epp-flugmodelle.de den "Feigling" bestellt. Eigentlich als Segler angeboten, lässt sich der Nuri Feigling aber auch motorisieren. Der Feigling hat 120cm Spannweite, seine Seitenleitwerke bestehen, wie die Flächenhälften aus geschnittenem EPP. Das ist sehr reparaturfreundlich, denn viele andere haben die Seitenleitwerke aus Depron oder Coroplaste. Mitgeliefert wurden fertig geschnittene Ruderflächen aus festem Balsa, sowie CNC-gefräste Ruderhörner. Alles andere, wie Strappingtape, Kohleprofile und Anlenkungsteile sind selber zu beschaffen.
Im Netz gibt es Bauhinweise, Tipps und Anleitungen bis zum Abwinken. Ich möchte den Nuri aber nach der Methode bauen, wie ich auch die LM-Modelle baue, also nur mit Verstärkungen und Versteifungen  aus Kohlefaser-Profilen. Geklebt wird in der Masse mit Sekundenkleber und Aktivatorspray.

 

Nun aber zum eigentlichen Bau:

 

Zuerst werden die Flächenhälften des Feigling aneinander geklebt. Auf der Unterseite habe ich mir dann genau im Schwerpunkt eine Nut für einen 4mm Rohrholm geschmolzen. Den 50cm langen Holm habe ich dann mit Seku fixiert und anschließend mit 5Min-Epoxy und Microballons eingeharzt. Normalerweise nehme ich ja für EPP eigentlich nur Seku, aber bei dieser Klebeflächengröße, wär´s mit Seku zuviel.
Zuvor werden aber alle Auschnitte für Akku, Servos, Empfänger, Regler,sowie Schwerpunkt erst einmal angezeichnet. Dabei ist drauf zu achten, dass das ganze Equipment soweit wie möglich vor den Schwerpunkt kommt, denn hinten kommt ja noch der Dymond-Motor 2826-1000 drauf.

Anhand der Bilder könnt ihr sehen, wie jetzt noch aus 3mm und einem 5mm Flachprofilen, hochkant eingeklebt, die anderen Versteifungen eingeklebt werden. Ebenso der obere Holm, der wird auf die gleiche Art wie der untere Holm eingeklebt. Allerdings kommen hier zwei Rohrstücke, die mit einerm Stück gebogenen Stahldraht verbunden werden, zum Einsatz.

 

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Weiter gehts mit dem Baubericht zum Feigling. Da jetzt alle Versteifungen drin sind, werden die Ruderklappen vorbereitet. Dazu werden die Klappen an geeigneter Stelle für die Ruderhörner geschlitzt. Für mich war die geeignete Stelle, jene Position, wo ich das Servo in die Fläche einlassen konnte, ohne das Kabel zu Empfänger verlängern zu müssen. Die Hörner werden mit Sekundenkleber in die Klappen eingeklebt. Die Position der Servos angezeichnet und das EPP ausgefräst. Schlitze bis zum Empfänger geschnitten und Kabel wie Servo versenkt. Servo aber noch nicht einkleben.
Ich verwende als Ruderscharniere das sogenannte Sportlertape. Das ist ein Gewebeband für Tape-Verbände. Ich klebe es zusätzlich mit Sekundenkleber auf. Das Band ist hochflexibel und lässt sich einfach übermalen, da die Oberfläche wie beim Tesa-Gewebeband nicht beschichtet ist. Das gleiche Band nehme ich auch um Servos, Empfänger, Trimmgewichte abzudecken, wobei hier die Kleberänder mit Seku gesichert werden.

 

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Nun geht es in meiner Anleitung zum Nuri "Feigling" an Einbau Motorhalterung mit Motor und freischneiden des Propellerbereichs. Hier gibt es eine Regel, max. 20% der Flächentiefe in der Mitte sollen höchsten rausgeschnitten werden. Andererseits, je weiter ich den Motor nach hinten setze, um so mehr Schwerpunktprobleme habe ich dann. Also, den Motor so weit wie möglich nach vorne. Der Halter wird auf einen leicht ausgeschnittenen Bereich der Fläche geklebt und zusätzlich mit kleinen Holzdübeln verstiftet. Der Motor sollte möglichst so um die 1300U/V haben, damit man mit 3S-Lipos noch eine ordentliche Drehzahl hat, um kleinere Propeller zu verwenden. Dann kann der Freischnitt für den Prop auch kleiner ausfallen. Der Sturz des Motors soll so aussehen, dass die Propellerachse leicht nach hinten unten zeigt. Man kann Starrpopeller mit Propsaver nehmen oder, wie in meinem Falle ein umgedrehter Klapp-Spinner. Allerdings musste ich die Feststellung machen, das die eingeklappten Blätter zu weit einklappten, dadurch dann aber nich mehr auseinander gingen. Deshalb habe ich aus dünner Epoxiplatte eine "Feder" geschnitten und gebohrt, die unter der Befestigungsmutter liegt. Daduch können die Blätter nur bis zu einem gewissen Grad einklappen.

 

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Auf die Oberseite kommt jetzt noch der Akkuschacht mit seiner Abdeckung, wie eine Tasche, der Regler liegt dahinter. Das wird alles aus EPP-Resten und ein wenig Plattenmaterial geschnitten. Soweit sind wir jetzt fertig, damit wir bei aufgelegter Fläche die Winglets ankleben können. Danach wird ebenfalls aus zurechtgeschnittenen EPP-Resten eine Landekufe aufgeklebt, die auf ihrer "Lauffläche" mit Gewebeband beschichtet wird.

 

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Nun wird noch die Fernsteuerung programmiert, der Nuri auf den angegebenen Schwerpunkt ausgewogen und unlackiert gehts zum Erstflug. Meist ist der angegebenen Schwerpunkt auf der sicheren Seite, meiner liegt mittlerweile gute 7mm hinter der ursprünglichen Position. Den passenden Schwerpunkt sollte man sich erfliegen.
Wenn denn nun alles passt, wird das Ding noch lackiert, am besten so dass man Ober- und Unterseite gut unterscheiden kann, vor allem sehr kontrastreich. Wers nicht tut wird bei den ersten Flüge bei grauem Wetter merken warum...
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Fazit: Ein Nuri ist eher ein Spassgerät, Strömungsabrisse kennen sie nicht, sie sind wendig, windtauglich und leicht reparabel.

Aber! Aufpassen beim Start, der Propeller ist hinten!!! Das kann schon mal auf dem Handrücken dolle wehtun, eigene Erfahrung!
Wie schon gesagt, es gibt für EPP-Nuri´s keine allgemein gültige Anleitung, es kommt auf den Verwendungszweck an. Man kann sie komplett mit mit Klebeband tapen, mit Folien beschichten, nur mit Profilen verstärken. Infos und Firmen gibt es im Netz ohne Ende. Preislich liegen sie halt sehr günstig, bei 22€ für Flächenkerne und ein wenig Zubehör gehts los.
Königklasse der Nuris sind dann die Folie/Holz-Nurflügel in den größeren Spannweiten, hier vor allem die Thermik-Nuris.

Viel Spass mit so einem Teil und zum Abschluss noch ein Video von den ersten Flügen des Nuri Feigling.

Grüße

Jochen

 



Ein interessanter Bericht zum Fox von Hpye findet sich hier.



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