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Flugbericht Ptero

Jochen mit einem kleinen Bericht zum Bau und Flug des Ptero-Seglers...


E-Segler Ptero...


damals, vor ca. 2 Jahren hatte ich dieses Modell bei Ebay gekauft. Eigentlich war es ein "Fehlkauf", weil ich eigentlich ein anderes Modell im Visier hatte. Nun denn, das Modell - der E-Segler Ptero - kam, war nagelneu, nicht gebaut, eine Oracover-transparent bespannte Rippenfläche und ebenso gefertigtes Höhenleitwerk. Ein ordentlich laminierter, ganz schlanker Gfk-Rumpf ohne Seitenruder.


Per Mail mit dem Verkäufer in Verbindung gesetzt, weil er schon so ein Modell gebaut hatte und Tipps für den Bau des Ptero von ihm bekommen. Der Bowdenzug für Höhe war schon eingeharzt, musste nur nur im Bereich des Höhenruderservos noch fixiert werden. Das Höhenleitwerk bekam noch seine Befestigung, ist auch abnehmbar. Die Flächenhälften bekamen ihre Querruderservos. Diese wurden in die Schachtabdeckungen eingeklebt und diese dann angeschraubt. Nun noch die Nase des Ptero ab, einen Spant besorgt und einen 40g Bl-Motor eingesetzt. Drei gelaserte Sperrholzteile mit Aufnahmen und Muttern werden unter die Flächenauflage geharzt, damit die zusammengesteckte Fläche mit 3 Nylonschrauben befestigt werden kann. Nun noch das restliche RC-Equipment einbauen und dann ging´s zum Erstflug des Ptero. Ausgewogen wurde mit einem 1550er 3S Lipo von Esky. Anfangs mit einem 8x4 Klapp Propeller. Später wurde aufgerüstet auf 9x5Aeronaut mit Reisenauer-Mittelstück.


Das Modell verblüfft einen immer wieder, es sieht durch den schmalen Rumpf, die extrem schlanken, hochgebogenen Flächenenden aus, als wenn es aus der Hotliner-Ecke kommen würde. Aber man kann ihn noch nicht mal in die Softliner-Ecke schieben. Er ist irgendwie nicht zuzuordnen.
Jedenfalls fliegt er sehr (eigen)stabil, kann extrem langsam und eng wenden, ohne abzureißen. Ich habe bis heute nicht geschafft einen Strömungsabriss des Ptero zu provozieren. Thermik nimmt er sofort an und lässt sich auch ohne Seitenruder sehr flach in der Thermik kreisen. Ein Tribut an die hohe V-Form der 150cm spannenden Fläche und das niedrige Gesamtgewicht von noch nicht mal 700g flugfertig.
In dieser Konfiguration ist der Ptero lange geflogen, mit meinem kleinen Sohn, damals 8 Jahre alt,  habe ich seine ersten zaghaften Steuerversuche betreut. Er am Seitenruderknüppel, ich am Höhenruder.

Ptero_1

Jetzt nach dieser doch recht langen Zeit gab der teure 8$ Motor seinen Geist auf -- Lagerschaden! Also etwa neues aus dem Fundus eingebaut. Ich hatte noch einen Turnigy 2830-1000 mit 55g Gewicht liegen. Es ist einer mit den rot-eloxierten Aluteilen. Akku war weiterhin der gleiche. Von der Spannungslage nicht gerade ein Kraftprotz, aber für den Ptero reichte es noch dicke. Anzahl der Steigflüge zur Genüge im 45Grad Winkel. Propeller war immer noch der 9x5. Als ich neue Akkus bekommen habe, war auch ein 1800er mit 20C dabei. Da sagte ich mir, probieren wir den doch mal im Ptero aus. Also Stecker angelötet, Klettband drauf und ausgewogen.


Was dann beim ersten Flug mit diesem Akku geschah, ließ mir die Kinnlade nach unten klappen. Motor Vollgas, abwerfen, ein paar Meter gerade aus und dann gings mit über 80Grad Steigwinkel in den Himmel. Aus lauter Übermut probierte ich eine Rolle, aber die war sehr eierig. Grund waren die zu geringen Querruder-Ausschläge. Für heute wars genug.


Da ich bekennender "Nicht-im-Modellflugclub-Flieger" bin, schau ich auch bei meinen Fahrradtouren nach anderen Flugwiesen. Letztens habe ich einen leicht abfallenden Wiesen/Acker-Bereich gefunden. Dort habe ich dann mal eine Test-Phase mit dem Ptero geflogen. War so in Ordnung, dass ich jetzt schon 3mal dort war, ohne dass ein selbsternannter Wildhüter oder Park-Ranger wieder auf der Matte stand.


Zu Hause angekommen, wurde der Ptero umgerüstet. Zuerst wurden die Querruder-Ausschläge geändert, in diesem Fall vergrößert. Dies wurde aber per Dual-Rate schaltbar gemacht, kleine Ausschläge fürs Thermikfliegen und größere für ein wenig Turnen.


Jetzt erfolgte wieder ein Testfliegen, hammermäßig, wie der Ptero plötzlich rollt. Natürlich nicht in dem Maße wie ein MPX-Blizzard, aber immerhin. Rolle links und anschließend gleich rechtsrum, mit Motorkraft ohne Drücken.


Die nächste Baustelle war die Fläche. Das 5mm Kohlerohr als Flächensteckung flog zuerst einmal raus und wurde gegen ein Stück 5mm Silberstahl aus der Grabbelkiste getauscht. Das erschien mir sicherer, 5mm Stahl bricht nicht, oder?


Die Flächenhälften wurden dann auf der Unterseite mit Glasfaserband zusammengeklebt, auf der Oberseite kam flächig Orastick zum Einsatz. Die Fläche des Ptero ist zwar nach wie vor teilbar, aber nur wenn die Folie aufgeschnitten wird.


Ptero_2 Ptero_3 Ptero_4

Ptero_5

 

So gerüstet ist jetzt eine"härtere" Gangart am Hang möglich. Aber denkt nicht, dass der Ptero eine "Hangfräse" ist, beileibe nicht, er ist nur ein wenig stabiler gemacht. Er ist und bleibt ein Leichtwindsegler, der aber auch andere Möglichkeiten bietet. Vor allem, wo ich als letzte "Tuningmaßnahme" per DualRate die Querruderausschläge angepasst habe. Bei geringen Ausschlägen von +10/-5mm ist schönes Thermiksegeln das Richtige. Umgeschaltet auf +20/-10mm lässt sich´s rocken. Steigflug mit Rolle links-Rolle rechts und mit einem Looping raus aus der Elektro-Thermik.

Am letzten Sonntag wieder Testfliegen an meinem "Übungshang", Bedingungen stimmten, leichter Wind, zwar etwas schräg den Hang hinauf, aber machbar. Flieger fertig gemacht und ab...... wow, erstmal die Steigleistung und dann, alle Achtung, das Gewicht war durch die Änderungen etwas angestiegen, machte sich geringfügig im Speed ohne Motor bemerkbar. Loopings gehen im Segelflug mit etwas Anstechen, so auch die Rollen des Ptero.



Fazit: der Ptero ist ein immer beherrschbarer Hotliner-Trainer geworden, so möchte ich ihn nennen und einstufen. Nach wie vor beherrscht er die Thermik-Gangart, aber für seine Verhältnisse kann man es auch "krachen" lassen. Dabei wird er niemals kritisch.

Grüße Jochen

 

Lest auch unseren Baubericht zum Fox von Hype.




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