Woher kommt „sich verfranzen“

Mit Kompass und Karte verfranzte sich der Franz

Woher kommt „sich verfranzen“

Wer kennt diesen Sprachgebrauch nicht: „Ich habe mich verfranzt.“ Und jeder weiß, was gemeint ist. Hier hat sich jemand verirrt. Doch woher kommt dieser Sprachgebrauch?

Aufklärungsflugzeug Albatros CIII mit Emil und Franz

Im ersten Weltkrieg hatte das Flugzeug zunächst die vornehmliche Aufgabe der Aufklärung. Hierzu wurden zweisitzige Flugzeuge verwendet. Die Besatzungen bestanden aus einem Piloten und einem Navigator. Letzterer bediente sich einer groben Koppelnavigation mit Flugkarte, Daumen, Uhr und Kompass. Die grobe Koppelnavigation nannte man Franzen. Die Herkunft dieser Begrifflichkeit wird aus der Sprechgruppe „Franz“ im deutschen Flugfunk vermutet. Diese Sprechgruppe war für die Navigatoren der Flugzeuge zuständig. So bürgerte sich also der Name Franz für den Navigator ein. Den Flugzeugführer nannte man übrigens Emil. So war der Sprachgebrauch für gewöhnlich: „Mein Franz und ich“ bzw. „Mein Emil und ich.“

Mit Kompass und Karte verfranzte sich der Franz

Verirrte sich nun eine Besatzung, so lag die Last beim Franz, weshalb der Emil schon mal sagen konnte, dass sich sein Franz „verfranzt“ habe.

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